Leipzig verlängert mit odebrecht – und meint es ernst mit dem frauenfußball

RB Leipzig schickt ein Machtsignal an die Bundesliga: Viola Odebrecht bleibt bis 2030. Der Weltmeisterin von 2003 wird das Vertrauen ausgesprochen, das sonst nur ganz oben bei den Männern üblich ist. Kein Interims-Solution, kein Testlauf – Leipzig baut auf Kontinuität, weil der Club endlich mitspielen will.

Ein projekt ohne notbremse

Seit Mai 2019 hat Odebrecht das Ruder bei den Frauen und Mädchen übernommen. Was damals als Nebenbaustelle galt, ist inzwischen ein Standbein: Lizenzmannschaft in der Bundesliga, Nachwuchs-Campus mit 120 Mädchen, ein eigenes Performance-Center. Die Quote der RB-eigenen Spielerinnen in der ersten Mannschaft stieg von 18 auf 47 Prozent. „Wir haben uns eingeschossen, aber noch lange nicht eingeschlafen“, sagt sie. Deshalb unterschrieb sie drei Jahre vor Ablauf des alten Kontrakts nach.

Der schnell wachsende, dynamische Markt, den Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer beschreibt, ist längst kein Zukunftsmusik mehr. Die nächste TV-Vergabe ab 2027 soll die Frauen-Bundesliga auf 8,5 Millionen Euro Jahresprämie hieven – pro Klub. Wer jetzt nicht aufstellt, fliegt später raus. Leipzig will dabei sein, wenn die Kasse klingelt.

Netzwerk statt null-acht-fünfzehn

Netzwerk statt null-acht-fünfzehn

Odebrecht bringt das mit, was Geld allein nicht kaufen kann: 132 Länderspiele, ein Adressbuch voller Nationaltrainerinnen, den Blick für Talente wie Lena Oberdorf, die sie schon als 14-Jährige beim FC Rödinghausen ausgemacht hatte. Intern gilt ihre Handschrift als „System O“: hoch verteidigen, schnell umschalten, mit Ballverteilern statt mit langen Bällen. Die Tabelle? Letzte Saison Platz 8, aktuell nach sieben Spielen Rang 5 – vor Bayern-Ableger und Turbine Potsdam.

Die Botschaft ist klar: Leipzig will nicht nur dabei sein, Leipzig will angreifen. Die Vertragsverlängerung ist dabei nur der erste Satz. Der zweite folgt auf dem Platz – und der klingt lauter als je zuvor.