Leipzig jagt champions-league-ticket: stuttgarter kracher mit haken

Der Rasenball ruht, aber die Nerven liegen blank. RB Leipzig reist am Sonntag nach Stuttgart – und weiß: Verliert man dort, ist der Traum von der Königsklasse so gut wie beerdigt. Der VfB kassierte am Donnerstag in der Europa League ein 1:2 gegen Porto, doch Ole Werner will nichts von einem „Müdigkeitsvorteil“ wissen. „Die Statistik lügt nicht: Teams nach Englischer Woche holen fast genauso viele Punkte wie ausgeruhte.“

Die angst vor undav & co.

Die Stuttgarter Offensive ist ein Schlag in die Magengrube. Deniz Undav und Ermedin Demirovic haben zusammen 32 Saisontore, dazu schlagen Chris Führig und Jamie Leweling von außen zu. Leipzig mag in erwarteten Treffern (xG) Liga-Vizemeister sein, in der Tabelle steht man nur fünft – weil aus Chancen zu selten Tore wurden. Yan Diomande, 19, soll es richten. Der Ivorer traf schon zehnmal, unter anderem im 3:1-Hinspiel gegen genau diesen Gegner.

Doch die Zahlen nageln die Leipziger an die Wand: vier Gastspiele in Folge ohne Sieg in Stuttgart, drei Pleiten davon. Das letzte erfolgreiche Date: August 2022. Seitdem kassierte RB hier 11 Gegentore in vier Spielen – ein Tor-Average, der selbst hartgesottene Analysten erblassen lässt.

Wm-ticket als nebenkriegsschauplatz

Wm-ticket als nebenkriegsschauplatz

Linksverteidiger-Duell auf Biegen und Brechen. David Raum und Maximilian Mittelstädt liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Platz im deutschen WM-Kader. Wer am Sonntag glänzt, schickt Julian Nagelsmann eine Visitenkarte. Raum kennt die Rechnung: „Jede Aktion zählt, jede Flanke, jeder Zweikampf.“

Und da ist noch Marcel Schäfers warnender Finger. Der Sportvorstand zählte die Gefahren auf: „Stuttgart schießt aus jeder Position.“ Leipzig muss antworten – mit Ballbesitz, mit Pressing, mit kalter Effizienz. Denn wer jetzt stolpert, rutscht auf Platz sieben ab. Dann reicht selbst ein Pokalsieg nicht mehr für Europa.

Der Countdown läuft. Fünf Minuten nach dem Abpfiff in Porto schon schalteten die Leipziger Analysten die Stuttgarter Szenen durch. 90 Minuten am Sonntag könnten die Saison definieren. Kein Spieler wagt ein Prognose, aber im Kicker-Zimmer flüstert man: Gewinnt RB, ist die Champions-League-Lücke auf zwei Punkte zugeschmolzen. Verliert man, ist sie auf acht gewachsen – und das Restprogramm liest sich wie ein Horrorroman: Dortmund, Frankfurt, Leverkusen.