Leicester city stürzt ab: zehn jahre nach dem märchen-titel folgt der absturz in die drittklassigkeit

Ein Schock geht durch den englischen Fußball: Leicester City, einst Sensation, nun Tiefpunkt. Zehn Jahre nach dem unfassbaren Premier-League-Titel ist der Abstieg in die dritte Liga besiegelt – ein dramatischer Fall, der die Frage aufwirft, wie ein Verein so tief fallen kann.

Die rechnung kommt: finanzielle probleme und verfehlte weichenstellungen

Die glorreichen Tage von 2016 scheinen in weiter Ferne. Ein Mix aus Fehlentscheidungen, finanziellen Engpässen und dem Verlust prägender Figuren hat Leicester City in die Krise geführt. Das Duty-Free-Imperium des Eigentümers Aiyawatt „Top“ Srivaddhanaprabha, der nach dem tragischen Tod seines Vaters 2018 die Verantwortung übernommen hat, litt unter der Pandemie, und die Zeiten grenzenloser Geldverschwendung sind vorbei. Bankanleihen konnten nur noch kurzfristig helfen. Der Verlust von Jamie Vardy, dem letzten der großen Helden, der im Sommer nach Italien wechselte, riss ein weiteres Stück Seele aus dem Verein.

Die Bilanz ist erschreckend: 71,1 Millionen Pfund Verlust im vergangenen Geschäftsjahr, insgesamt 180 Millionen Pfund in den letzten drei Jahren. Als ob das nicht genug wäre, wurden die „Füchse“ im Februar bereits sechs Punkte abgezogen. Der ehemalige Nationalspieler Robert Huth, selbst ein Meisterheld, relativierte zwar die Kritik an Srivaddhanaprabha, betonte aber, dass der Eigentümer und der Sportchef „Hilfe“ bräuchten. Die Fans forderten nach dem 2:2 gegen Hull City einen kompletten Umbruch: „Sack the board!“

Der kader als mahnmal: hohe gehälter, wenig leistung

Der kader als mahnmal: hohe gehälter, wenig leistung

Anstatt auf hungrige, entwicklungsfähige Spieler zu setzen, zahlte Leicester etablierten Stars die höchsten Gehälter der zweiten Liga – eine riskante Strategie, die sich als Fehlentscheidung erwiesen hat. Die einst so gefürchtete Abwehr, einst personifiziert durch die „Berlin Wall“ Robert Huth, ist längst nicht mehr das, was sie einmal war. Der Verlust von Spielern wie N'Golo Kanté und Riyad Mahrez, einst entdeckt vom Diamantenauge Steve Walsh, nagt weiter an der Seele des Vereins.

Trainer Nummer acht seit der Entlassung von Brendan Rodgers vor drei Jahren könnte folgen, aber die Zukunft sieht düster aus. Trotz der 40 Millionen Pfund an „Fallschirm“-Zahlungen, die nach dem Premier-League-Abstieg 2025 noch fließen sollen, ist der Großteil des Geldes bereits verpfändet. Die Erinnerungen an das königsblaue Wunder von 2016, an Hazard's Tor und an Vardy's Tore, bleiben – ein bittersüßer Trost in der Stunde des Scheiterns. Die leise Hoffnung auf einen Punktabzug für West Bromwich ist kaum mehr als ein Strohhalm.

Leicester City steht vor einem Neuanfang unter schwierigsten Vorzeichen. Ein Neuanfang, der die Frage aufwirft: Kann der Verein aus seinen Fehlern lernen und den Weg zurück an die Spitze finden? Die Antwort wird die kommenden Jahre zeigen – eine Antwort, die von Entschlossenheit, klugen Entscheidungen und einer neuen Mentalität abhängen wird. Die Fans haben es gefordert, nun muss die Führung handeln.