Lehmanns mont-blanc-quartett: alpenlegende schreibt geschichte!

Nicolas Lehmann, der Schweizer Ultraläufer und Alpinist, hat die alpine Welt in Atem gehalten. In vier Tagen, vom 12. bis 15. Juni, gelang ihm das Unmögliche: Vier FKTs (Fastest Known Time) auf den Mont Blanc, über vier unterschiedliche Routen und ohne jede Form von externer Unterstützung. Eine Leistung, die seinesgleichen sucht und Lehmann endgültig in den Olymp der Extremsportler katapultiert.

Zwei jahre vorbereitung für ein historisches ereignis

Die Idee zu diesem ambitionierten Projekt keimte vor fast zwei Jahren im Kopf des erfahrenen Athleten. Lehmann, der bereits dreimal den UTMB Eiger 250 (2023, 2024, 2025) und zweimal die PTL (2017, 2023) für sich entscheiden konnte, wollte die Grenzen des Machbaren erneut verschieben. Die Herausforderung bestand nicht nur darin, die einzelnen Routen schnell zu bewältigen, sondern diese Leistung über vier aufeinanderfolgende Tage zu erbringen – ein Test für Körper und Geist, der nur wenigen gewachsen ist.

Der finale Aufstieg am 15. Juni endete um 9:57 Uhr im Refuge des Cosmiques. Lehmanns Reaktion danach war ehrlich bewegt: „Ich kann es kaum glauben, dass es vorbei ist. In den schwierigsten Momenten wusste ich, wie es sich anfühlt, und das half mir, im Hier und Jetzt zu bleiben und es wirklich zu genießen.“ Ein Ausdruck der Erschöpfung, aber auch der tiefen Befriedigung, die unweigerlich nach dem erfolgreichen Abschluss eines solchen Unternehmens aufkommt.

Die routen des mont-blanc-quartetts

Die routen des mont-blanc-quartetts

Lehmanns Unterfangen umfasste folgende vier Etappen, jede mit ihren eigenen spezifischen Herausforderungen:

Tag 1: Chamonix · Les Grands Mulets (Nordwand, Normalroute im Winterstil)

Tag 2: Saint-Gervais · Le Goûter (Nordwestwand, Sommernormalroute)

Tag 3: Les Contamines · Traversée Royale (Durchquerung des Massivs bis zur Aiguille du Midi)

Tag 4: Les 3 Monts (Hin- und Rückweg von der Aiguille du Midi)

Insgesamt legte Lehmann dabei 162,5 Kilometer zurück, wobei er satte 17.671 Höhenmeter überwunden hat. Die reine Aktivzeit während der vier Tage betrug unglaubliche 54 Stunden und 21 Minuten. Ein Wert, der die immense Anstrengung, die hinter dieser Leistung steckt, verdeutlicht.

Die Umstände gestalteten sich keineswegs ideal. Am Ende des dritten Tages zwangen gefährliche Bedingungen den Athleten dazu, seinen ursprünglichen Plan zur Besteigung von Courmayeur zu modifizieren. Stattdessen entschied er sich für die Route der 3 Monts, ebenfalls in FKT-Modalität und ohne externe Hilfe. Das Schicksal schlug jedoch erneut zu, als Lehmann während der dritten Nacht sein Klettergurt und Teil seiner technischen Ausrüstung gestohlen wurden. Eine spontane Spendenaktion ermöglichte ihm jedoch, seine Mission fortzusetzen – ein Beweis für die Solidarität und Unterstützung, die ihn auf seinem Weg begleiteten.

Jede der vier Routen stellt bereits einen individuellen FKT dar. Lehmanns Leistung, diese in einer selbstversorgenden Expedition zu kombinieren, ist ein Novum, das die alpine Welt nachhaltig beeindruckt. Die gesamte Herausforderung wurde durch kontinuierliche GPS-Tracks, zeitgestempelte Fotos an Schlüsselpunkten und die Validierung durch das Filmteam von Out Studio dokumentiert.

Das Team von Out Studio begleitete Lehmann während der gesamten Expedition und filmte das Vorhaben für einen Dokumentarfilm (geplanter Länge: 25–30 Minuten), der im Jahr 2027 Premiere feiern soll. Dieser Film wird nicht nur Lehmanns unglaubliche Leistung dokumentieren, sondern auch tiefere Einblicke in seine Vorbereitung und sein inneres Erleben gewähren.

Nicolas Lehmann hat mit diesem Quartett an FKTs auf dem Mont Blanc nicht nur einen neuen Maßstab im Extremsport gesetzt, sondern auch die Faszination des Bergsteigens und Ultralaufs neu entfacht. Seine Leistung ist ein inspirierendes Beispiel dafür, was mit unermüdlichem Training, eisernem Willen und einem tiefen Respekt vor der Natur möglich ist. Doch Lehmanns Geschichte ist mehr als nur ein sportlicher Erfolg – sie ist ein Zeugnis menschlicher Ausdauer und der unbändigen Sehnsucht nach dem Unmöglichen.