Lebron wirft kareem ab: 15.838 treffer und kein ende

12,3 Sekunden vor dem Viertelpfiff in Denver dreht LeBron James sich an der Mittellinie ab, zieht über Zeke Nnaji und versenkt den Fade-away – schon wieder. Mit diesem einfachen Sprungwurf räumt der Laker-Star eine 38 Jahre alte NBA-Bestmarra aus dem Weg: 15.837 Field Goals galt seit Kareem Abdul-Jabbar als unantastbar. Nun steht James allein an der Spitze, die Zähler klickt bei 15.838.

Ein treffer, der vier jahrzehnte brauchte

Die Zahl klingt wie aus einem anderen Universum. Abdul-Jabbar baute den Rekord zwischen 1970 und 1989 auf, mit Hakenwurf und Skyhook, mit 2,18 m Körperlänge und unzähligen Double-Double-Nächten. James jagt ihn seit 2003, heute mit 41 Jahren, 1.606 Spielen auf dem Buckel und immer noch 27 Punkten im Schnitt. Die Arena in Denver applaudiert sofort, seltsamer Moment: Der Gegner ehrt den Angreifer, der sie gerade demontiert.

Trainer Michael Malone nimmt daraufhin eine Auszeit, nicht taktisch, sonst emotional. „Wir haben Geschichte gesehen“, sagt er hinterher. Die Jumbotron zeigt Kareem auf der Leinwand, der per Video zustimmt: „Weiter so, King.“ Social Media explodiert, aber James selbst wirkt kühl, als hätte er nur einen Korbleger im Training versenkt.

Nächste ziele: parish, 44.000 und ein unerreichbarer zenit?

Nächste ziele: parish, 44.000 und ein unerreichbarer zenit?

Die Liste der Rekorde, die ihm noch bleiben, schrumpft. Parish’ Einsatzmarke (1.611) liegt fünf Spiele entfernt, Termin voraussichtlich 16. März gegen Houston. Die 44.000-Punkte-Marke winkt in zwei Wochen, wenn seine Waden mitspielen. Dann wäre James Erster, Zweiter und Dritter in der ewigen Scoring-Liste – ein Denkmal aus Fleisch und Muskelkraft.

Doch die Frage lautet nicht mehr „Was kommt als Nächstes?“, sondern „Wann hört er auf?“ Sein Vertrag läuft 2027, Tochter Zhuri beginnt 2026 das College, und die Lakers planen bereits eine Post-LeBron-Kaderstruktur. „Ich spiele, solange die Beine mir Bescheid geben“, sagt er nach der Partie, 37 Minuten gespielt, 31 Punkte, 11 Assists. Die Beine schwiegen offenbar.

Statistiker berechnen, dass James bei 1.700 Spielen und 48.000 Punkten stoppen könnte. Klingt nach Science-fiction, aber wer ihm seit 21 Jahren zuseht, weiß: Er behandelt Rekorde wie Kalorien – verbraucht sie einfach und verlangt das Nächste Menü. Für die Zuschauer bleibt nur ein Gefühl: Wir erleben keinen Sportler, wir erleben ein Lebenswerk live, viermal pro Woche, in 4K, mit Kommentar und Meinungswut im Netz.

Der Schlusspfiff ertönt, Denver gewinnt 118:115, aber das Resultat ist Nebensache. Die NBA schreibt ihre Geschichte neu, ein Satz nach dem anderen, ein Fade-away nach dem anderen. Und irgendwo zwischen Zeitstrafen und Time-outs flüstert ein alter Rekordhalter: „Records are made to be broken.“ James lächelt, stapft in die Kabine, schon wieder bereit für das nächste Kapitel – oder besser: das näste Field Goal.