Lea schüller kehrt zurück: bayern trifft auf ihre ehemalige torjägerin

Old Trafford, Mittwoch, 21.00 Uhr – und mitten im Fokus steht eine Deutsche. Lea Schüller, erst im Winter abgewandt, wird zum Stolperstein für ihren alten Klub. Der FC Bayern trifft im Viertelfinale der Champions League auf Manchester United – und genau dort wartet die 26-jährige Angreiferin, die den Münchnerinnen über fünf Jahre Treue schwor.

„Kuriose auslosung“, sagt sie selbst

Die Stimmung vor dem Hinspiel? „Kuriose Auslosung, aber auch cool“, so Schüller. Für die Nationalspielerin ist es kein gewöhnlicher Gegner, sondern ihr frisch verlassenes Zuhause. „Ich freue mich, meine Mädels wiederzusehen“, sagt sie – und meint damit jene Spielerinnen, mit denen sie sich erst vor wenigen Monaten das Double sicherte. Nun will sie ihnen das Halbfinale vermasseln.

Bayerns Kapitänin Glódís Viggósdóttir bestätigt die Gemengelage: „Wir freuen uns, sie zu sehen. Sie war lange ein wichtiger Teil des Teams.“ Doch der Schulterschluss hört dort auf. „Wir wissen, was sie kann. Und wir werden es ihr schwer machen.“

Old trafford: mythos statt routine

Old trafford: mythos statt routine

Das Theater der englischen Fußballgeschichte bietet den Rahmen. „Ein Stadion mit viel Geschichte“, schwärmt Viggósdóttir. Für die Bayern-Frauen ist es keine Alltagskulisse – und genau das ist der Reiz. „Wir lieben diese großen Spiele mit außergewöhnlicher Atmosphäre“, sagt die Isländerin. Der Rasen, auf dem einst George Best dribbelte und Wayne Rooney jubelte, wird erstmals Frauen-Champions-League-Geschichte schreiben.

Doch hinter dem Glamour schlummert die harte Realität. Manchester United ist Tabellenzweiter der Women's Super League, athletisch, schnell und heimstark. „Ein richtig schwerer Gegner“, warnt Viggósdóttir. Die Bayern reisen mit dem Anspruch, „es besser zu machen als in den vergangenen Jahren“. Das letzte Halbfinale liegt drei Jahre zurück. Die Mission ist klar: Endlich wieder unter die besten vier.

Triple-traum, aber kein wort davon

Triple-traum, aber kein wort davon

In München redet man nicht über das T-Wort. Weder im Trainingslager noch in der Kabine. „Wir alle haben diesen Traum, aber wir sprechen nicht darüber“, betont Viggósdóttir. Der Grund: Druck erzeugt keine Tore. „Wir wissen: Wenn wir jeden Tag arbeiten, können wir ihn uns erfüllen.“ Bis dahin gilt: Sieg in Manchester, Rückspiel in München, dann vielleicht der erste Triple-Kopf in der Klubhistorie.

Lea Schüller könnte der unbequeme Plot in diesem Drehbuch werden. Die Bayern wollen sie begrüßen – und ausschalten. Old Trafford wird entscheiden, ob der ehemalige Liebling zur Heldin des Gegners wird.