Le mans kehrt zurück: eine achterbahnfahrt in die ligue 1!

Nach einer unfassbaren Odyssee, die den Verein bis in die Amateurklassen trieb, ist es endlich soweit: Der FC Le Mans ist zurück in der Ligue 1! Ein Triumph, der von prominenten Investoren und einer gehörigen Portion Durchhaltevermögen getragen wird.

Ein steiniger weg zurück an die spitze

Die Geschichte des FC Le Mans ist eine Lehrstunde in sportlicher Resilienz. Erinnern wir uns: 2005 stürmte der Verein sensationell in die Ligue 1 auf, nur um festzustellen, dass das über 100 Jahre alte Stadion den Anforderungen nicht mehr gewachsen war. Ein neues Stadion wurde gebaut, eröffnet – und kurz darauf folgte der Abstieg. 15 Jahre voller Höhen und Tiefen folgten, bevor der nordwestfranzösische Verein endlich wieder erstklassigen Fußball erleben durfte.

Der jüngste Aufstieg, der nun perfekt gemacht wurde, ist umso bemerkenswerter, da er am Grünen Tisch zustande kam. Das Auswärtsspiel beim SC Bastia wurde abgebrochen, nachdem Fans des Gastgebers Pyrotechnik und Rauchbomben auf das Spielfeld warfen. Das Urteil: 2:0 für Le Mans und damit der Aufstieg! Trainer Patrick Videira kann sich auf den zweiten Aufstieg in Serie freuen.

Prominente unterstützung aus ungewöhnlichen ecken

Prominente unterstützung aus ungewöhnlichen ecken

Doch der Aufstieg ist nicht nur das Ergebnis harter Arbeit auf dem Platz. Im vergangenen Sommer stieg der brasilianische Investor OutField beim FC Le Mans ein – und brachte eine beeindruckende Riege prominenter Anteilseigner mit: Formel-1-Piloten Kevin Magnussen und Felipe Massa sowie Tennis-Legende Novak Djokovic. „Wir wollten wirklich hochkarätige Persönlichkeiten gewinnen, die uns helfen könnten, das Projekt aus Sicht des Brandings voranzubringen“, erklärte OutField-Mitbegründer Pedro Oliveira. Und im Februar dieses Jahres schloss sich Thibaut Courtois, Torwart von Real Madrid, dem Verein an. Der Belgier feierte den Sieg gegen Bastia bereits per FaceTime mit den jubelnden Spielern.

Vereinspräsident Thierry Gomez, der seit 2016 im Amt ist, blickt auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte zurück. Denn vor seinem Engagement schien der Klub dem Abgrund entgegenzusegeln. Nach dem Abstieg 2010 geriet der Verein in finanzielle Schieflage und war hoch verschuldet. Der Tiefpunkt kam im Sommer 2013: Aufgrund der Schuldenlast musste der FC Le Mans bis in die sechste Liga, die höchste Amateurklasse, absteigen.

Von der n3 in die ligue 1 – eine sensation

Von der n3 in die ligue 1 – eine sensation

Die darauffolgenden Jahre waren von einem wilden Ritt geprägt: fünf Ligen in fünf Jahren! Doch unter Cheftrainer Richard Déziré und später unter Gomez gelang von 2016 bis 2019 ein sensationeller dreifacher Aufstieg zurück in die Ligue 2. „Das ist natürlich eine Genugtuung: Es ist ein Aufstieg in zehn Jahren von der N3 in die Ligue 1. Für die Region ist das außergewöhnlich“, bilanzierte Gomez.

Die Zukunft des FC Le Mans sieht rosig aus. Mit den Investitionen sollen nun langfristige Projekte entstehen, die den Verein in der Ligue 1 etablieren. Ein zentraler Baustein ist die Wiederbelebung der Jugendarbeit, die 2013 aufgrund finanzieller Probleme eingestellt werden musste. „Einen Kylian Mbappé mit 24 oder 25 zu haben, ist nicht möglich, aber den Mbappé von morgen mit 14, 15 oder 16 in Le Mans zu haben, ist es“, betonte Gomez. Das Ziel von OutField: In sieben Jahren zu den zehn besten Akademien Frankreichs zu gehören.

Die Mannschaft wurde nach dem Aufstieg mit einem Privatjet von Korsika zurück nach Le Mans geflogen, wo rund 500 Fans um 4 Uhr morgens eine unvergessliche Feier bereiteten. Im Stade Marie-Marvingt wird nun endlich wieder erstklassiger Fußball gespielt – ein Beweis dafür, dass mit Leidenschaft, Ausdauer und der richtigen Unterstützung selbst die kühnsten Träume wahr werden können.