Laurance schlägt 26 km vor dem ziel zu – seixas bleibt trotzdem king of the basque country
Axel Laurance wartete, bis die Straße nach Basauri schräger wurde, dann trat er einfach durch. 26 Kilometer vor dem Ziel riss der Franzose sich mit Igor Arrieta los, zog den Spanier im Steilsprint hoch und feierte seinen zweiten Etappensieg imbaskenland – 2024 hatte er schon einmal zugeschlagen.
Die Favoriten schauten sich das Spektakel aus sicherer Distan an. Paul Seixas, 19, frisch gebacken und mittlerweile die berühmte „Mischung aus Pogacar und Evenepoel“, kam mit Primoz Roglic und dessen Leibwächter Florian Lipowitz 1:04 Minuten später ins Ziel. Die Attacke von Laurance änderte nichts an der Machtbalance – Seixas trägt weiter das Amarillo.
Red bull zündet keine rakete – lipowitz bleibt roglic' schatten
Lipowitz fuhr nicht etwa defensiv, er blockierte. Jeder Zug, den der Deutsche auf der Wellenkoordination nahm, diente nur einem Zweck: Roglic frisch zu halten. Die Taktik ging auf, aber sie kostete Zeit. 1:04 Minuten sind im baskenland keine Bagatelle, wenn die nächste Rampe erst morgen kommt.
Laurance hingegen nahm, was niemand ihm gab. Eurosport-Kameras fingen ihn ab, wie er mitten im Rennen zur Kassette griff – ein Risiko, das ihn zum Sieg katapultierte. „Ich wusste, dass der Berg kurz ist und Arrieta schnell, aber ich bin schneller“, sagte er später mit dem Grinsen eines Mannes, der sich selbst übertroffen hat.

Seixas spielt weiter poker – die berge kommen noch
Der 19-Jährige hat bisher jeden Angriff pariert, doch die wirkliche Prüfung steht am Horizont. Die baskenland-Rundfahrt ist kein Kindergeburtstag, und Roglic wartet nur auf den Moment, wenn die Straße steiler wird als seine eigene Karrierekurve. Lipowitz wird dann nicht mehr nur ziehen – er wird attackieren.
Bis dahin trägt Seixas das Gelb, Laurance das Grün der Moral und Roglic das Feuer in den Beinen. Die nächste Etappe ist ein Zeitfahren. Die Uhr lügt nie – und sie hat schon viele Wunderkinder entlarvt.
