Laura siegemund schreibt in miami ein rache-kapitel gegen marcinko

Regen peitscht über Court 2, das Knie komplett eingetaped – und trotzdem schlägt Laura Siegemund zurück. 6:4, 6:4 gegen Petra Marcinko, genau die Gegnerin, die sie vor drei Wochen in Indian Wells rausgeworfen hatte. Mit 38 Jahren und einem Aufschlag, der wie ein Peitschenknall klingt, eröffnet die Metzingerin den deutschen Miami-Auftakt nach Maß.

Siegemund nutzt die fehler der 20-jährigen eiskalt

Siegemund nutzt die fehler der 20-jährigen eiskalt

Marcinko, kroatisches Next-Gen-Talent, beginnt nervös. Doppelfehler zum 4:5, Satzball Siegemund. Die Schwäbin lässt nichts anbrennen, stürmt ans Netz, drückt die Volley ins leere Feld. Im zweiten Durchgang ein frühes Break, 2:1. Marcinko schlägt den Ball aus Frust in die Fangnetze, Siegemund bleibt eisern. Kein Risiko, nur Kontrolle – so holt sie sich 76 Minuten später den Matchball.

Die Zahl, die bleibt: 17 Winner, nur 11 unerzwungene Fehler. Siegemund spielt wie auf Zeitlupentrip – und trifft trotzdem jeden Winkel. Ihr Geheimnis: Sie zwingt die Kroatin mit hohem Topspin auf die Rückhand, dann kurzer Cross. Marcinko rennt, rutscht, verzweifelt.

Draußen tobt der Monsun, drinnen tickt die Uhr. Siegemund hatte schon zwei Mal in Miami die zweite Runde erreicht, 2017 und 2021. Jetzt steht Alexandra Eala an, 18-jährige philippinische Shootingstar, vor zwei Monagen noch Juniorin. „Die läuft wie auf Rohr“, sagt Siegemund im Mixed-Zone-Sprint. „Aber Laufwege kann man sich erarbeiten.“

Deutsche Bilanz bisher: Tatjana Maria und Eva Lys direkt im Haupttableau, Ella Seidel verpasst die Quali um zwei Matchbälle. Damit bleiben drei Damen, die den deutschen Tennis-Sommer ankurbeln sollen. Für Siegemund geht es am Donnerstag weiter – mit Tape, mit Erfahrung und mit dem Selbstbewusstsein, dass Rache manchmal wirklich süß schmeckt.