Lask vor historischer chance: kann kühbauer das double wiederholen?

Linz – Ein Duell der Giganten steht an: Der LASK empfängt am Sonntag Sturm Graz zum Gipfeltreffen der Meistergruppe. Doch für die Linzer geht es um mehr als nur drei Punkte – es geht um die Chance, eine fast vergessene Ära wiederzubeleben und die Double-Saison von 1964/65 nachzueifern. Kapitän Sascha Horvath gibt im Gespräch mit dem kicker Einblicke in die Taktik, die Herausforderungen und die besondere Aura, die der Trainer Dietmar Kühbauer verströmt.

Kiteishvili, kalajdzic und die neue standardstärke

Nur zwei Punkte trennen LASK und Sturm in der Meistergruppe, sechs Spieltage verbleiben. Ein Sieg gegen den Tabellenführer würde den LASK erstmals überhaupt an die Spitze katapultieren. „Nein, für ein Endspiel ist es noch zu früh“, relativiert Horvath. „Aber wir wollen zu Hause unbedingt gewinnen, mit unseren Fans im Rücken.“ Besonders Augenmerk gilt dabei Otar Kiteishvili, dem Spielmacher von Sturm. „Er ist ein unglaublicher Spieler, das wissen wir alle. Wenn er Zeit hat mit dem Ball, kann er ein Spiel im Alleingang entscheiden.“ Der LASK will ihn aus dem Spiel nehmen, auch wenn das über 90 Minuten kaum möglich sein wird. Das Team fokussiert sich aber nicht nur auf den Georgier, denn Sturm hat in seinen Reihen noch jede Menge Qualität.

Standards als trumpf: ritschers goldene idee

Standards als trumpf: ritschers goldene idee

Der jüngste 3:2-Sieg in Salzburg unterstreicht die wachsende Standardstärke des LASK. Nach anfänglicher Kritik hat das Team offenbar eine neue Routine entwickelt. „Es ist schön zu sehen, dass uns da gerade viel aufgeht“, freut sich Horvath. Eine eingespielte Eckballvariante brachte gegen Salzburg die frühe Führung. Dabei spielt der Co-Trainer Maximilian Ritscher eine entscheidende Rolle. „Ich arbeite schon extrem lange mit ihm zusammen und weiß, dass er sehr ehrgeizig ist. Er hat oft super Ideen und ein gutes Auge dafür, wo beim Gegner ein Raum aufgehen könnte. Nach dem Standardtor gegen Salzburg gab es vom Trainer sogar noch ein Küsschen – das zeigt, wie sehr das wertgeschätzt wird.“

Kühbauers aura und kompanys vergleich

Kühbauers aura und kompanys vergleich

Über allem steht die feste Handschrift von Dietmar Kühbauer. Seine Mischung aus Lockerheit und Ernsthaftigkeit hat dem LASK eine klare Identität verliehen. „Er hat seine Art in den letzten Jahren ein bisschen geändert. Er hat einen extrem guten Zugriff zur Mannschaft“, so Horvath. Diese Präsenz wird im Spitzenfußball derzeit viel diskutiert, wie auch bei Bayern-Trainer Vincent Kompany. „Wenn die beiden Typen nebeneinander stehen würden, ist es schon ein großer Unterschied“, grinst Horvath. „Aber wenn der Trainer in einen Raum reinkommt, ist jeder still. Er hat einfach diese Aura.“

Kalajdzic für die wm – ein muss

Kalajdzic für die wm – ein muss

Offensiv präsentiert sich der LASK aktuell mit mehr Wucht und Durchschlagskraft. Sasa Kalajdzic, der Leihgabe von den Wolves, spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. Seine Tore und seine Vorbereitung treffen ins Schwarze. Horvath ist überzeugt: „So einen Spieler muss man einfach mitnehmen. Mit seiner Größe, seiner technischen Qualität wäre er eine große Waffe für Österreich bei der WM.“

Träumen erlaubt, aber boden unter den füßen

Träumen erlaubt, aber boden unter den füßen

Trotz der vielversprechenden Ausgangslage bleibt der LASK im Titelrennen geerdet. „Die Fans dürfen träumen, aber wir müssen am Boden bleiben“, mahnt Horvath. Und blickt bereits zum ÖFB-Cup-Finale am 1. Mai gegen Altach: „Wenn wir nach Klagenfurt fahren, wollen wir das Ding auch gewinnen.“ Es wäre ein Erfolg mit besonderer Bedeutung – nach 60 Jahren Durststrecke könnte der LASK endlich wieder einen Titel feiern.