Laporta zurück, ter stegen verhöhnt: barça-wahlfarce mit beigeschmack
Joan Laporta hat das Kommando wieder. Beim Mitglieder-Votum zerlegte er Konkurrent Víctor Font mit 57,4 % der gültigen Stimmen, womit der 63-Jährige ab Sommer seine dritte Amtszeit als Präsident des FC Barcelona antritt. Doch während auf den Tribünen des Camp Nou Jubel brandete, wurde einer der längsten Dienstleister des Klubs vor dem Wahllokal lächerlich gemacht: Marc-André ter Stegen, 423 Pflichtspiele, Weltmeister, ging leer aus.
Ter stegen wird vor laufenden kamussen weggeschickt
Der Deutsche erschien pünktlich am Sonder-Check-in für prominente Socios, Umschläge mit den Stimmzetteln in der Hand. Sekunden später blockierte ein ehrenamtlicher Mitarbeiter den Zugang: Name nicht auf der Liste. Was folgte, war ein zwölfminütiges Schauspiel. Kameras, Mikrofone, Twitter-Streams – alle filmten, wie ter Stegen lächelnd, dann sichtlich verlegen auf seinem Ausweis kaute. Die Lösung: keine. Er durfte nicht wählen. Spanische Medien berichten, der Torhüter habe vergessen, seine Mitgliedschaft vor dem Stichtag zu verlängern. Selbst verschuldet? Mag sein. Peinlich? Auf jeden Fall.
Laporta selbst kam aus dem Termin-Marathon und wischte die Debatte weg: „Die Statuten gelten für alle, Spieler oder Putzfrau“, sagte er knapp. Dabei profitiert der Jurist von eben jener Regel, die ihn im Februar zwang, für fünf Wochen zurückzutreten: Wer länger als zwei Legislaturen amtierendes Vorstandsmitglied bleiben will, muss sich erneut wählen lassen. Laporta nutzte die Pause, um seine Gefolgsleute zu sammeln – und zog ins Rennen, als sei nichts gewesen.
Font hatte mit einer Kehrtwende geworben: Sportdirektor Deco raus, Jugendakademie stärker einbinden. 42,3 % Wahlbeteiligung – ein Tief, das zeigt, wie wenig die Mitglieder an einem echten Machtwechsel interessiert waren. Am Ende fehlten Font 1.600 Stimmen, um Laporta zumindest in eine Stichwahl zu zwingen. Keine Chance.

Deco bleibt, ter stegen muss gehen – oder doch nicht?
Die Botschaft ist klar: Decos Job ist sicher, Laportas Macht unangefochten. Für ter Stegen hingegen wird der Vorfall zur Zäsur. Seit dem Umsturz auf Hansi Flick steht er nur noch auf Platz drei, wurde an Girona verliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Sein Vertrag läuft 2025, eine Ablöse würde Barça nur auf der Hand halten. Die Frage ist nicht mehr, ob er bleibt, sondern wann er geht – und ob der Klub nach dieser Demütigung überhaupt noch an eine Rückkehr glaubt.
Die Mitglieder haben gewählt, doch der Tag gehörte trotzdem ter Stegen. Nicht wegen einer Parabel, sondern wegen eines Imageschadens, den keiner der Kandidaten auf dem Wahlzettel stehen hatte. Laporta feiert, der Torhüter schluckt. Barcelona dreht sich weiter – nur eben ohne ihn an der Urne und vielleicht bald auch ohne ihn im Tor.
