Laporta zerquetscht font: barça wählt sich vier jahre lang den altbekannten
Joan Laporta bleibt, was er ist: Präsident des FC Barcelona. 68,18 Prozent der Stimmen schickten den 63-Jährigen am Sonntag für eine weitere Amtszeit bis 2031 auf den Thron des Camp Nou – ein Votum so deutlich, dass selbst Herausforderer Victor Font die Luft ausging. 29,78 Prozent reichten nur für ein Lächeln und einen Satz: „Wir müssen den Wahlmodus revolutionieren.“
Die wahlbeteiligung lähmt den triumph
Nur 48.480 Socios ließen ihre Stimmen gelten – 42 Prozent der Berechtigten. Ein Armutszeugnis, das Laporta mit einem Kippen des Kopfs kommentierte: „Dieses Ergebnis gibt uns Rückenwind, aber auch Hausaufgaben.“ Denn wer Barça liebt, muss künftig auch aus Australien oder Kanada wählen können, forderte Font – und traf einen Nerv.
Die Machtfrage stand nie wirklich zur Disposition. Laporta, seit 2021 wieder an der Spitze, profitierte aus dem Rückhalt der Kabine. Hansi Flick, Deco und Weltfußballerin Aitana Bonmatí votierten öffentlich für Kontinuität. Das Camp-Nou-Projekt, ein Jahr hinter dem Zeitplan, will der Jurist bis 2027 über die Bühne bringen – ein Milliardenprojekt, das die Klubkasse trotz Sponsorenlaufwerke weiter an ihre Grenzen führt.

Die schuldenfrage bleibt offen
1,35 Milliarden Euro Verbindlichkeiten schweben weiter über den Katalanen. Laporta verspricht, die Liquide mittelfristig „auf stabile Füße“ zu stellen. Doch wer die Leistungen der letzten Transferperioden analysiert, stellt fest: Top-Transfers wie Raphinha oder Robert Lewandowski kamen erst nach Hebelgeschäften. Die nächsten TV-Gelder und der Spotify-Deal sichern Luft, aber keinen Kompass.
Font warf seinem Rivalen vor, „die Mitglieder zu entmündigen“. Die Kritik traf Laporta kaum – er zitiert lieber Trainer Flick: „Wir bauen ein Team, das Geschichte schreiben will.“ Nun steht die Frage im Raum, ob die sportliche Trendwende reicht, um die Finanzlöcher zu kitten. Real Madrid jagt in der Liga weiter vorneweg, und die Nachwuchsarbeit lebt vom Mythus La Masia – nicht von Geld.
Am 1. Juli nimmt Laporta offiziell seine zweite Amtszeit auf. Dann muss er beweisen, dass das Camp Nou nicht nur ein neues Dach bekommt, sondern auch eine neue Seele. Die Mitglieder haben ihm das Vertrauen geschenkt – 68,18 Prozent sind kein Blankoscheck, sondern eine Ansage: Jetzt liefern. Sonst wird selbst die lauteste „Nadie nos para“-Parole leise verpuffen.
