Lambretta-armada erweckt 1951 zuruck: 573 roller rollen wieder durch die lombardei

Das Brummen von Zweitaktern wird am 18. Juli 2026 wieder durch Valsassina und Valtellina donnern. Der Lambretta Club Milano mobilisiert 573 Maschinen – exakt die Zahl des legendären Giro di Lombardia von vor 75 Jahren – und schickt sie auf eine 48-Stunden-Zeitreise quer durch die Alpenränder der Lombardei.

Concorezzo wird zum zeitportal

Start ist um 8 Uhr im Bar Il Granaio in Concorezzo. Von dort geht es über den Ostarm des Comer Sees hinauf zum Passo’Agueglio. 437 Kilometer, verteilt auf zwei Etappen, kein GPS-Wahnsinn, sondern Tempo 40 im Mittel – so wie 1951, als Franco Spotorno noch per Handschlag das Startzeichen gab.

Die erste Nacht endet in Serina, 850 Meter hoch in den Orobie. Dort gibt es eine Replik der damaligen Erinnerungsmedaille, gegossen aus demselben Bronzedesign, das einst im Mailänder Palazzo Isimbardi präsentiert wurde.

Bergauf in die vergangenheit

Bergauf in die vergangenheit

Am Sonntagmorgen geht’s weiter über den Passo San Marco, 1.992 Meter. Kein Elektro-Gadget schiebt mit, nur Muskelkraft und Choke. Die Abfahrt führt nach Morbegno und schließlich zurück zum Ausgangspunkt – pünktlich zum Aperitif um 18 Uhr. Dazwischen liegen fünf Provinzen, drei Sprachfächer Geröllitalienisch und ein Klangteppich aus 165 Doppelkolben.

Organisator Valerio Boni betont: „Wir wollen nicht das Original kopieren, wir wollen die Haltung retten: langsamer, gemeinsamer, rücksichtsvoller.“ Teilnehmer aus Piemont, Venetien und den Marken haben sich schon angemeldet. Für viele ist es ein Familienkult, für andere die erste Begegnung mit einem Stück italienischer Seele aus Stahl und Chrom.

Das Format soll ab 2026 im Zweijahrestakt weiterleben – immer neue Täler, dieselbe Philosophie. Wer dabei sein will, braucht keine Rallye-Lizenz, nur eine Lambretta, die läuft, und einen Helm voller Neugier.