Laliga stoppt mega-iptv-ring: 42 millionen euro kasse
Die Justiz hat zugeschlagen – und wie. Hinter rapidtv.com und Co. steckte kein Student im Keller, sondern ein globales Imperium mit zwei Millionen zahlenden Kunden, 13 Server-Staaten und einem Jahresumsatz, der große Bundesligisten erblassen lässt.
Wie „dash, der iraner“ ein milliengeschäft aufbaute
Die spanische Audiencia Nacional verurteilte die Schatten-Crew um den in Barcelona lebenden Iraner Mohammad Reza Dashti alias „Dash“ zu Rekordsummen: 12,3 Millionen Euro Schadenersatz für Rechteinhaber plus 30,7 Millionen Euro Geldstrafe wegen Geldwäsche. Die Summe ist die höchste, die ein spanisches Gericht je für Urheberrechtsverletzungen verhängt hat.
Die Masche war raffiniert, aber nicht neu: Die Bande entschlüsselte offizielle TV-Signale von LaLiga, Movistar Plus+, Mediapro und Egeda und strahlte sie über abgekoppelte Server in Europa, Asien und Amerika aus. Kunden zahlten zwischen 60 und 180 Euro im Jahr – ein Schnäppchen gegenüber legalen Abos. Die Serverkosten hielt man niedrig, indem man Traffic über mehrere Zwischenhändler schob und parallel illegale Film- und Serienstreams mitschickte.

Vom sofa in den bau: so versteckte dash das geld
Was die Ermittler schließlich überzeugte, war die Spur des Geldes. Laut Anklage flossen die Einnahmen über türkische und bulgarische Zahlungsgateways, wurden in Kryptobörsen gewaschen und landeten schließlich in Rohbauten: ein Wohnkomplex in Teheran, eine 1,7-Millionen-Villa in Barcelonas Nobelviertel Sarrià und zwei Luxusgeländewagen im Wert von je 200 000 Euro. Faktura: briefkastenfirmen aus Gibraltar und Hongkong.
Die Guardia Civil beschlagnahmte 46 Konten, 18 Domains und 11 Immobilien. Die meisten Seiten wie iptvstack.com sind inzwischen vom Netz. Doch die Domain-Sperren dauern nur, bis die nächste URL eingetragen ist. „Dash hat gezeigt, wie schnell man mit wenigen Technikern ein Multimillionen-Geschäft aufzieht“, sagt ein mit dem Verfahren vertrauter Jurist. „Das Urteil ist ein Warnschuss, aber kein Ende.“
LaLiga jedenfalls jubelt. „Wir haben bewiesen, dass Raubkopierer nicht anonym bleiben“, erklärte Präsident Javier Tebas. Die Liga will ihre Überwachungs-Software nun auf südamerikanische Anbieter ausdehnen. Dort sitzen längst schon die Nachfolger – und wissen, was sie erwartet, wenn sie zu auffällig werden.
Fazit: 42 Millionen Euro Schaden und Strafe – so teuer war Streaming-Piraterie noch nie. Die nächste Runde läuft bereits, nur die Namen der Server ändern sich.
