Lahm schlägt alarm: die bundesliga verliert ihre seele – und deutschland die spezialisten
Philipp Lahm spricht das aus, was vielen Fans nur ungern einfallen will: die Bundesliga ist momentan ein Etikett ohne Marke. „Mir fällt kein passendes Etikett ein“, zitiert ihn stern und das klingt nicht nach Routine-Phrase, sondern wie ein Weckruf aus der Seele eines Mannes, der jede Ader dieses Landesgeists kennt.
Wo ist das profil geblieben?
Die Premier League stampft mit athletischer Wucht,, La Liga filigran mit Ballbesitz-Finesse – und wir? Lahm sieht eine Generation von Allroundern, die nichts wirklich beherrscht. „Zu viele ähnliche Typen, alles ganz gut, keine Position perfekt.“ Anders gesagt: Deutschland bildet Schweizer Taschenmesser aus, wo der Gegner Skalpelle besitzt.
Die Konsequenz sitzt auf der rechten Abwehrseite der Nationalmannschaft. Joshua Kimmich, laut Lahm geborener Sechser, muss dort improvisieren. „Ich würde ihn im zentralen Mittelfeld sehen – da regiert er die Liga seit Jahren.“ Stattdessen stopft Nagelsmann Lücken mit Weltklasse-Klebeband.

Das fehlende gerüst
Der ehemalige Kapitän fordert keine Elf Galaktischer, sondern einfach fünf oder sechs Seelen, die zusammenpassen. „Dieses Gerüst kann ich bislang nicht erkennen.“ Verletzungen? Teilweise. Aber eben nur teilweise. Die Unbeständigkeit frisst Rhythmus und verhindert jene Automatismen, die Turniere entscheiden.
Dennoch, sagt Lahm, könne der Weg bis ins Finale führen – wenn Nagelsmann früh eine Achse findet. Dann wächst vielleicht wieder diese Sommermärchen-Stimmung, die einst Lahm selbst als Feldherr erlebte.
Doch bis dahin bleibt die bittere Erkenntnis: ohne klare Identität bleibt der Titel nur ein frommer Wunsch. Und die Bundesliga? Die muss endlich wieder Farbe bekennen, sonst verblasst das Etikett ganz.
