Lahm enthüllt: so verängstigt neuer stürmer mit bloßer aura

Philipp Lahm schreibt, was Stürmer seit Jahren denken: Vor Manuel Neuer zittern sie, noch bevor der Ball fliegt. In seiner Kolumne für The Athletic zerlegt der Ex-Kapitän die Geheimwaffe des Bayern-Keepern – und fordert den Ballon d’Or.

Der grizzly vor dem tor

„Als Stürmer steht man einem Grizzlybären gegenüber“, beschreibt Lahm die Szenerie. Kein Schrei, keine Bewegung, bloßes Stehenbleiben reiche, um die Abschlussqualität von Angreifern zu schreddern. Die Zahl der verzerrten Schüsse steigt laut interner Bayern-Analyse in Spielen mit Neuer um 14 % – ein Wert, den kein Statistik-Tool erklären kann, sondern nur die Psyche.

Die Vorwoche in Madridliefert das perfekte Lehrstück. Neuer hält keine Wahnsinnsparade, dennoch klopfen Vinícius & Co. den Ball ans Außennetz. „Seine Ruhe wirkt wie eine Wand“, schreibt Lahm. „Die Stürmer spüren: Der Winkel ist weg, bevor er überhaupt da ist.“

15 % Physis weg, 100 % präsenz

15 % Physis weg, 100 % präsenz

Lahm schreckt nicht vor harter Mathematik zurück. „Dem heutigen Neuer fehlen zehn bis fünfzehn Prozent seiner früheren Sprungkraft.“ Dennoch bleibe die Wirkung identisch. Wie geht das? Der Weltmeister von 2014 liefert die Formel: „Er positioniert sich einen halben Meter weiter vor, spart sich den spektakulären Flug und verlangt trotzdem den Respekt.“

Die Bundesliga belegt es. In dieser Saison verlassen 68 % der Gegenspieler das Feld ohne Tor gegen Bayern – Rekordwert trotz Ausfallzeiten des Keepers. „Die Statistik lügt nicht: Neuer ist älter, aber sein Schatten wächst“, so Lahm.

Ballon d’or? „längst fällig“

Ballon d’or? „längst fällig“

Die nächste These explodiert zwischen den Zeilen. „Er zählt zu den Größten der Fußballgeschichte, neben Messi oder Ronaldo, und hätte den Ballon d’Or eigentlich schon längst gewinnen müssen.“ Lahm wirft der Fußball-Welt Doppelmoral vor: „Wir preisen Torhüter als entscheidend, wählen aber nie einen zum Weltfußballer des Jahres.“

Heute Abend (21.00 Uhr/DAZN) trifft Bayern im Rückspiel gegen Real Madrid auf den wohl einzigen Klub, der Neuer selbst Respekt abverlangt. Lahm prophezeit: „Wenn er heute wieder nur dasteht und die Stürmer verunsichert, reicht das vielleicht fürs Halbfinale – und für die nächste Gala, die niemand auf dem Platz vergessen wird.“