Lägreid rächt oslo-blamage mit fotofinish-krimi – perrot klaut deutsche die kugel

Sturla Holm Lägreid lag noch auf der letzten Runde in der Aspirin-Zone, dann schaltet er den Afterburner, jagt Éric Perrot in die Längen und wirft sich mit acht Zentimetern Vorsprung über die Ziellinze. 12,5 Kilometer Verfolgung, null Fehler, fünfter Sieg nacheinander – und plötzlich ist das Holmenkollen-Publikum wieder sein Freund.

Perrot kassiert sprint-kugel – deutsche bleiben blutleer

Perrot kassiert sprint-kugel – deutsche bleiben blutleer

Der Franzose quittiert die Niederlage mit einem Achselzucken, denn die Trophäe, die wirklich zählt, trägt seinen Namen bereits: kleine Kristallkugel in der Verfolgung, dazu vor drei Tagen die Gesamtwertung gesichert. Für Deutschlands Skijäger dagegen wird die Saison zur Farce: nach 30 Rennen steht immer noch kein Sieg, und ausgerechnet Philipp Nawrath, der in Oslo noch als einziger Deutscher vorne mitmischte, versiebt sich mit vier Strafrunden. Justus Strelow rettet Rang neun, doch 2,5 Minuten Rückstand sind ein Armutszeugnis.

Tiefes Geläuf, hohes Tempo, null deutsche Antwort. Die Konkurrenz zieht davon, während Bundestrainer Mark Kirchner auf der Tribüne die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. Es bleiben nur noch zwei Laufdurchgänge – Massenstarts am Sonntag –, um das historische Desaster abzuwenden. Kein deutscher Weltcupsieg seit Sven Grossegger 2015, und die Trockenperiode droht sich auf acht Monate Sommerpause zu verlängern.

Lägreid jedenfalls spürt den Zenit. „Die Kugel ist für Éric, der Respekt gehört mir“, sagt er und lacht verschmitzt. Denn er weiß: In der Endphase der Saison ist er der schnellste Mann im Feld. Perrot nimmt den Stich mit, packt die Kristallkugel ein und blickt schon nach Kontiolahti – wo am 26. November der nächste Weltcup beginnt. Die Deutschen? Die müssen erst einmal den Kopf freibekommen.