La cartuja: vom olympischen traum zum pokal-schauplatz
Die Estadio La Cartuja in Sevilla, einst prunkvolles Aushängeschild für den gescheiterten Bewerb um die Olympischen Spiele 2004 und 2008, erlebt eine überraschende Renaissance als wichtiger Fußball-Austragungsort. Nach Jahren der Vernachlässigung und einer teuren Sanierung kehrt das Stadion zurück in den Fokus, wobei die jüngsten Ereignisse seine wechselvolle Geschichte unterstreichen.
Ein stadion mit wechselvoller vergangenheit
Erbaut im Vorfeld der Expo ’92 auf der Isla de la Cartuja, wurde die Arena im Mai 1999 feierlich durch König Juan Carlos I. und Königin Sofía eröffnet. Ursprünglich als multifunktionales Stadion mit Leichtathletikbahn konzipiert, dominierte der Fußballbetrieb schnell. Der pompöse Plan, das Stadion als gemeinsame Heimspielstätte für Betis Sevilla und den FC Sevilla zu nutzen, scheiterte an dem vehementen Widerstand der Anhänger beider Vereine. Eine Entscheidung, die das Stadion über Jahre hinweg weitgehend ungenutzt ließ.
Ein unerwarteter Rückschlag kam im Jahr 2018, als die Hauptdachkonstruktion irreparabel beschädigt wurde. Die Sanierungskosten wurden auf schätzungsweise 15 Millionen Euro beziffert. Erst durch die Intervention des spanischen Fußballverbands und die Beauftragung der Firma Gruconosa konnte die Rettung des Stadions vorangetrieben werden.
Die ersten sportlichen Höhepunkte nach der Wiedereröffnung waren die Supercopa de España im Januar 2021 zwischen Barcelona und Athletic Bilbao sowie das Copa del Rey-Finale im April desselben Jahres. Seitdem ist die La Cartuja fester Bestandteil des spanischen Fußballkalenders und Austragungsort für wichtige nationale Titelkämpfe. Besonders der Betis Sevilla hat in den vergangenen Jahren eine besondere Bindung zu der Arena aufgebaut, da das Stadion in der Saison 2005/2006 aufgrund von Bauarbeiten am Benito Villamarín zeitweise als Heimspielstätte diente. Der 'Botellazo', ein wütender Wurf eines Fans während eines Copa del Rey-Derbys gegen den FC Sevilla, führte sogar zu einer kurzzeitigen Sperrung des Benito Villamarín und zwang Betis, einige Heimspiele auf der Isla de la Cartuja auszutragen.

Die copa del rey kehrt zurück
Am 18. April wird die La Cartuja erneut im Mittelpunkt stehen, wenn Atlético Madrid und Real Sociedad im Finale um den Copa del Rey kämpfen. Es ist ein weiteres Kapitel in der Geschichte eines Stadions, das einst als olympische Hoffnung galt, heute aber seine Bedeutung als wichtiger Fußball-Austragungsort neu definiert hat. Die Zahl der Zuschauer, die die Atmosphäre dieses einzigartigen Stadions erleben dürfen, ist ein Beweis für die Wiedergeburt der La Cartuja und ihren Platz im Herzen des spanischen Fußballs.
