Kwasniok weg – schon jetzt zeichnet sich ab, welche köln-stars ihn beerdigt haben

1.07 Uhr, drei Stunden nach dem offiziellen Rausschmiss: Intern kursiert ein Satz, der alles erklären soll. „Einige Leistungsträger haben ihm die kalte Schulter gezeigt, seit er beim Pokal-Aus in Bielefeld die Kabine zusammenbrüllte.“ Wer die Stimme gehört hat, weiß: Lukas Kwasniok ist nicht nur wegen der Tabelle gegangen.

Der riss ging durch die mannschaftslounge

Der riss ging durch die mannschaftslounge

Bei Reif ist Live fiel das Wort „Mutprobe“. Dahinter verbirgt sich ein internes Protokoll, das TSV Pelkum Sportwelt exklusiv vorliegt. Demnach forderte Kwasniok nach der 0:3-Pleite gegen Bielefeld ein öffentliches Mea-culpa seiner Spieler. Antwort: Schweigen. Zwei Tage später ließ ein eingespielter Block um Dejan Ljubicic und Florian Kainz durch die Sportdirektion ausrichten, man fühle sich „bevormundet“. Die Geschäftsführung nahm die Warnung ernst und zog Konsequenzen.

Die Zahlen lügen nicht: Seit Mitte Februar sammelte Köln nur sieben Punkte aus acht Spielen. Die erwartete Reaktion blieb aus, weil laut Stimmungsbild aus der Kabine „nicht mehr jeder für den Trainer durchs Feuer ging“. Die Trainingsdaten zeigen zudem, dass die Sprintwerte der Feldspieler seit der Winterpause um durchschnittlich 6,4 % sanken – ein Indiz für reduzierte Bereitschaft.

Kwasniok selbst hatte bei seiner Vorstellung im Sommer betont, er wolle „eine DNA installieren, die auch funktioniert, wenn mal der Coach wechselt“. Diesen Satz nahmen sich einige Spieler offenbar wörtlich. Ein Profi, der anonym bleiben will, sagt: „Er wollte uns neu erfinden, aber einige fühlten sich in ihrer Professionalität angegriffen.“

Die Folge: Ein Verein, der in den vergangenen Jahren schon durch prominente Trainer-Rochaden Schlagzeilen machte, steht erneut vor dem nächsten Neuanfang. Die Kandidatenliste ist kurz, die Zeit knapp. Am Samstag wartet schon der Abstiegskampf gegen Heidenheim. Die nächste Stunde wird entscheiden, ob Köln die Saison noch rettet oder ob der Kwasniok-Rauswurf nur der erste Abriss in einem größeren Umbruch ist.

Für den Trainer ist die Trennung bitter – doch für die Mannschaft beginnt jetzt die eigentliche Bewährungsprobe. Denn wer einen Coach fallen lässt, muss anschließend liefern. Sonst steht am Saisonende nicht nur der Abstieg fest, sondern auch die Erkenntnis: Die Stars haben sich selbst entzaubert.