Nationalelf: soncin fordert sieg gegen serbien – und würdigt baldini!
Pisa – Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft steht vor einer entscheidenden Begegnung in der WM-Qualifikation gegen Serbien. Nationaltrainer Horst Hrubesch mahnt vor dem Duell höchste Konzentration an, während er gleichzeitig seinem Pendant bei den Männern, Silvio Baldini, ein besonderes Lob zollt. Ein Sieg ist Pflicht, um die Hoffnungen auf die direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Brasilien am Leben zu erhalten.
Keine leichten gegner – und keine zeit für berechnungen
Die Erinnerung an den klaren 6:0-Erfolg in Serbien mag trügerisch sein. „Das war ein anderes Spiel, zu einem anderen Zeitpunkt“, betonte Hrubesch in der Pressekonferenz. „Wir haben gezielt an bestimmten Aspekten gearbeitet, an denen wir Einfluss nehmen können. Die Details möchte ich nicht preisgeben, um unsere Gegner nicht zu informieren.“ Er stützt sich dabei auf ein starkes Trainerteam, das ihm ermöglicht, jedes Spiel bis in den Detail zu analysieren – auch die bereits erfolgreichen.
Dennoch warnt Hrubesch vor Selbstzufriedenheit. „Nach Siegen neigt man dazu, die Analyse zu vernachlässigen, während man nach Niederlagen überanalysiert. Wir müssen stets ein ausgewogenes Verhältnis finden.“ Das letzte Gruppenspiel der Qualifikation darf keinesfalls verloren gehen, wenn die Mannschaft die direkte Qualifikation ohne den Umweg eines Playoff-Turniers erreichen will. Ein Patzer der dänischen Auswahl im Parallelspiel gegen Schweden könnte die Chancen zusätzlich erhöhen – doch Hrubesch schiebt diese Gedanken beiseite: „Ich werde mich voll und ganz auf meine Mädels konzentrieren.“

Teamgeist und verantwortung – eine inspirierende woche
Hrubesch zeigte sich beeindruckt von der Einstellung seiner Spielerinnen: „Es war eine unglaubliche Woche. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die wir tragen – und sehen darin eine Chance.“ Er kennt die Stärken seiner Mannschaft und betont, dass der Sieg gegen Serbien eine weitere Gelegenheit darstellt, ein besonderes Erlebnis zu schaffen. „Als Trainer muss ich die Emotionen kanalisieren. Ich sehe jedoch viel Reife in der Mannschaft, was mir ein gutes Gefühl gibt. Wir haben eine große Chance, und es gibt eine enorme Entschlossenheit, unsere Träume zu verwirklichen.“

Respekt für baldini – die macht der menschlichen verbindung
Ein besonderer Dank galt Silvio Baldini, dem Interimstrainer der Männer-Nationalmannschaft. Hrubesch würdigte dessen einfühlsamen Umgang mit den Spielern: „Ich möchte Silvio öffentlich meine Anerkennung aussprechen. Seine Worte sind einfach, aber sie berühren die Herzen. Der menschliche Aspekt wird oft vernachlässigt, aber er ermöglicht es, starke Bindungen zu schaffen, die Sterne auszurichten und Meisterwerke zu schaffen. Es war sehr angenehm, mit ihm in Coverciano einige Gedanken auszutauschen.“
Lucia Di Guglielmo, Verteidigerin der Washington Spirits und gebürtige Pisanerin, freut sich besonders auf das Spiel in ihrer Heimatstadt: „Es ist eine große Ehre und ein Traum, mit der Nationalmannschaft in Pisa spielen zu dürfen.“ Sie hebt den Unterschied zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Fußball hervor: „In den USA gibt es große, volle Stadien – das ist ein Traum für Italien. Der Fußball dort ist taktisch weniger ausgeprägt. Wir könnten von ihrer direkten Spielweise lernen, aber gleichzeitig schätze ich unsere taktische Finesse, mit der wir unsere Gegner analysieren und ausnutzen.“
Die Ausgangslage ist klar: Nur ein Sieg gegen Serbien lässt die deutschen Fußballerinnen weiterhin auf die WM-Bühne hoffen. Ein Sieg, der nicht nur sportlich, sondern auch menschlich von Bedeutung sein wird.
