Krols napoletanische seele: ein niederländischer fußballkönig erzählt
Ruud Krol, ein Name, der in Neapel mit Respekt und Zuneigung geflüstert wird, blickt zurück auf eine Karriere, die von Triumphen, Sprachbarrieren und dem unvergesslichen Charme der Stadt geprägt ist. Der legendäre niederländische Verteidiger, einst ein Schlüsselspieler für Ajax Amsterdam und später für den SSC Neapel, enthüllt in einem exklusiven Interview Anekdoten, philosophische Betrachtungen und die tiefe Verbundenheit, die ihn bis heute mit Süditalien verbindet.
Die „fiori, fiori“-episode und das herz der fischer
Krols Ankunft in Neapel war alles andere als einfach. Nach einer Zwischenstation in Vancouver landete er in einer Stadt, die ihn zunächst fremd wirkte. „Ich wohnte in einem Hotel, dem Excelsior. Es war schwierig, eine Wohnung zu finden. Vier Monate dauerte es, bis ich ein Haus in Posillipo bekam“, erinnert er sich. Doch die Wärme der Neapolitaner, insbesondere der Fischer von Mergellina, überwältigte ihn. Ein Vorfall, der ihm besonders in Erinnerung geblieben ist: „Ich wachte früh auf und spazierte am Lungomare. Ein Fischer erkannte mich und rief alle zusammen. 'C’è Krol, c’è Krol!' Sie umarmten mich, der Geruch von Fisch lag in der Luft. So viel Wärme habe ich noch nie erlebt.“

Sprachbarrieren und taktische missverständnisse
Die Sprache stellte eine weitere Herausforderung dar. Krol, der mittlerweile fünf Sprachen spricht, kämpfte im Anfangsstadium mit dem fehlenden Italienisch. „Ich versuchte, die Abseitslinie hochzuhalten, aber ich sagte immer 'Fiori, fiori'. Sie verstanden mich nicht. Danach nahm ich Unterricht. Zuerst die Fußballbegriffe, dann die Konversation.“ Dieser humorvolle Vorfall zeigt, wie Krol sich trotz aller Hindernisse in die italienische Kultur integrierte.

Cruijff: mehr als nur ein trainer
Die Frage nach Johan Cruijff, dem legendären niederländischen Fußballer und Trainer, kommt auf. „Er war außergewöhnlich. Er machte dich zu einem besseren Spieler. Er war ein Trainer auf dem Platz, las das Spiel wie kein anderer. Wir diskutierten viel, es war ein ehrliches Verhältnis“, schwärmt Krol von seinem ehemaligen Mitspieler und Mentor.

Napoli heute: verletzungen trüben das bild
Krol verfolgt die Entwicklung des SSC Neapel aufmerksam. „Das Problem mit den Verletzungen war eine Katastrophe. Aber trotz allem sind sie nicht unter den Top Vier zurückgefallen. Das zeigt, wie stark sie sind.“ Er bevorzugt den Fußballstil von Luciano Spalletti gegenüber dem von Antonio Conte. „Ich mag Mannschaften, die immer angreifen und gegen den Gegner verteidigen. Das ist mein Fußball. Immer nach vorne.“

Ein stück niederlande in neapel
Ruud Krol ist mehr als nur ein niederländischer Fußballer, der in Neapel spielte. Er ist ein Stück Niederlande, das sich in die Seele der Stadt eingebrannt hat. Seine Geschichte ist ein Zeugnis für die verbindende Kraft des Fußballs und die Fähigkeit, in einer fremden Kultur ein neues Zuhause zu finden. Sein Vermächtnis bleibt unvergessen – ein niederländischer König, der sein Herz an Neapel verlor.
