Karetsas jagt freiburg: 18-jähriger mit 35-mio-bombe im visier
Der SC Freiburg steht heute um 18.45 Uhr mit dem Rücken zur Wand, doch die größte Gefahr kommt in Turnschuhen der Größe 42 daher: Konstantinos Karetsas trägt sie, ist 18 Jahre und 35 Millionen Euro schwer. Genks griechen-belgischer Wirbelwind hat im Europa-League-Achtelfinal-Rückspiel die Lizenz, Freiburgs Saison zu beenden – und seinen Marktwert in noch ungeahnte Höhen zu katapultieren.
Karetsas ist kein geheimtipp mehr, sondern ein fall für europas elite
Was macht ein Teenager, der vor zwei Jahren noch in der belgischen Zweiten Liga spielte? Er erzielt vier Europapokaltore, schießt sich auf zehn Ligatreffer und lässt Bayern, Dortmund, City und Chelsea gegenseitig über Gebote herziehen. Der BVB schickte in dieser Saison schon drei Mal seine Chefscout-Truppe nach Genk; die Blues erhöhten im Winter offenbar das Tempo der Anrufe. Die Causa Karetsa ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein offener Poker mit Millionen-Blind.
Im Schwarzwald-Stadion wird heute die Frage beantwortet, ob Freiburgs Abwehr – ohne Hinteregger, mit Sildillia auf der rechten Seite – den jungen Mann stopfen kann, der mit dem Ball so umgeht, als wäre er an einer Schnur befestigt. Karetsas’ Dribbling-Quote in der Gruppenphase lag bei 68 Prozent, kein belgischer Spieler kam öfter in den Strafraum. Julian Schuster wird wohl ein 4-2-3-1 mit doppelter Sechser-Absicherung wählen, nur um die Laufwege des 18-Jährigen zu verstopfen. Das Problem: Karetsas kann zentral wie auf beiden Flügeln operieren, ein Chamäleon mit Turbo.

0:1 Aus dem hinspiel? karetsas hatte das 2:0 auf dem fuß
Die 88. Minute in Luminus Arena: Genk führt 1:0, Karetsas schaltet nach einem Konter einen Gang höher, zieht von halblinks ab – knapp vorbei. Freiburg atmete auf, doch die Videobilder zeigten, wie schnell der Junge die Entscheidung sucht. Kein Zögern, keine Extrabewegung, nur kalte Effizienz. Trainer Wouter Vrancken lässt ihn links starten, damit er mit rechts ins Zentrum ziehen kann; die Variante, die Freiburgs Keeper Noah Atubolu in der U21-Nationalmannschaft schon oft trainiert sieht, heute aber verhindern muss.
Der Vertrag läuft bis 2027, doar ein Klub, der diesen Sommer zahlt, darf mit Karetsas planen. Genk wird nicht nein sagen, wenn die Ablöse die 35-Millionen-Marke übersteigt. Für Freiburg ist das Rückspiel deshalb mehr als ein Europa-League-Finale: es ist die Generalprobe gegen Europas nächste Galionsfigur. Wer ihn heute bremst, darf sich rühmen, künftige Milliarden-Transfers mitgestaltet zu haben.
90 Minuten trennen den SC Freiburg vom Viertelfinale, aber nur einen Moment vom Karetsas-Effekt. Entweder schafft Freiburg die Sensation – oder Karetsas schafft sich seine nächste Titelseite. Die Uhr tickt. Der Grieche mit belgischem Pass lauert. Und die Scouts in den Logen halten ihre Stiftungen bereits bereit.
