Ex-fußballer ibai gómez: mentale stärke entscheidet über erfolg
Ibai Gómez, ehemaliger Profi und Coach, hat in einem aufschlussreichen Interview mit MARCA’s Videopodcast „El Juego por Dentro“ enthüllt, wie entscheidend die mentale Verfassung eines Spielers für dessen Leistung ist. Seine Aussagen werfen ein neues Licht auf das oft vernachlässigte Thema der mentalen Stärke im Fußball.
Der kopf als entscheidender faktor auf dem platz
Gómez, der unter anderem den Arenas de Getxo, die dominikanische U23-Nationalmannschaft und Andorra trainiert hat, betont vehement, dass die mentale Stärke des Spielers direkt seine physischen Fähigkeiten beeinflusst. „Wenn ein Spieler positiv denkt, ist er schneller, springt höher und ist präziser“, so Gómez. Seine Überzeugung, dass mentales Training kein bloßer Zusatz, sondern das Fundament für Erfolg ist, ist unmissverständlich: „Das Mentale ist zweifellos das Wichtigste.“
Doch es geht für ihn weit über die reine sportliche Leistung hinaus. Gómez spricht offen über die Suche nach innerer Zufriedenheit: „Das Glück liegt nicht im Äußeren, egal wie sehr wir das Gegenteil glauben. Es liegt in uns selbst, und um es zu finden, muss man sich selbst kennen.“ Eine Erkenntnis, die über den Fußballer hinausweist und auch für das Leben abseits des Platzes relevant ist.
Ein aufrichtiges Lob für Marcos Llorente: Gómez zollte seinem ehemaligen Teamkollegen Marcos Llorente bei Alavés höchsten Respekt. „Er hat mein Leben auf allen Ebenen verändert. Ich kenne niemanden, der in seinem Alter so viele Dinge aufgegeben hat, um sich dem Sport zu widmen. Marcos hat sich seinen Erfolg wirklich verdient.“
Auch das Thema Ego wurde angesprochen. Gómez zeigte sich hierbei unnachgiebig: „Ich habe das Ego vor langer Zeit hinter mir gelassen. Ein übersteigertes Ego ist tödlich.“ Seine Worte sind ein Appell an Demut und Bescheidenheit im Profisport.

Ein blick hinter die kulissen der premier league
Aktuell hat Gómez die Möglichkeit gehabt, drei der erfolgreichsten Klubs der Premier League zu beobachten: Aston Villa, Arsenal und Bournemouth. Sein Eindruck vom Arsenal unter Mikel Arteta war besonders prägnant: „Arsenal war wie die NASA – eine spektakuläre Arbeitsgruppe, voller hochqualifizierter Fachleute.“
Die Arbeit von Unai Emery beeindruckte ihn durch seine emotionale Ansteckung: „Seine Leidenschaft und Energie sind ansteckend. Er ist ein Leader, der sein Team und seine Spieler mitreißt.“ Besonders hervorzuheben ist die Effizienz von Iraola, der mit weniger Ressourcen außergewöhnliche Ergebnisse erzielt: „Er arbeitet mit einer unglaublichen Einfachheit, mit einem kleineren Team, erzielt aber dennoch bemerkenswerte Erfolge.“
Gómez kommt zu dem Schluss, dass es keine allgemeingültige Formel für Erfolg gibt: „Es sind drei völlig unterschiedliche Arbeitsweisen, die alle erfolgreich sind.“
Die Zukunft des Athletic Club: Auch die Trainerentscheidung beim Athletic Club wurde von Gómez thematisiert. „Es tut mir leid, dass Ernesto Valverde geht. Er ist ein absolutes Vorbild für das, was Athletic und seine Kultur ausmachen.“ Gleichzeitig glaubt er, dass der Wechsel eine Chance darstellen kann: „Wer auch immer kommt, wird sich in die Kultur von Athletic verlieben, so wie es Bielsa getan hat.“
Und schließlich äußerte sich Gómez zu Xabi Alonso und seinem Engagement in Leverkusen: „Was er dort geleistet hat, ist von außergewöhnlichem Niveau. Es ist schade, dass der Real Madrid diese Art von Trainer nicht genutzt hat.“
Für seine eigene Zukunft hat Gómez klare Vorstellungen: Er sucht einen Verein mit einer starken Anhängerschaft, einer Wettbewerbskultur und hohen Ansprüchen. „Das Team, das ich übernehmen werde, wird ein klares Identitätsmerkmal haben. Wenn wir es schaffen, dass eine anspruchsvolle Anhängerschaft sich mit dem Team identifiziert, wird das Team unaufhaltsam.“
Dieses Gespräch bietet weit mehr als nur Einblicke in die Welt des Fußballs. Es ist eine Reflexion über mentale Stärke, Selbstfindung und die Bedeutung von Teamgeist.
