Arteta: „die planeten standen – und ich war nicht dabei!“,

Mikel Arteta, der Mann, der den Arsenal FC zurück in die Champions League und nun ins Finale führte, hat in einem exklusiven Gespräch Einblicke gewährt, die weit über Taktik und Aufstellungen hinausgehen. Die Freude ist ihm förmlich anzusehen, eine Mischung aus Stolz und Erleichterung, die nach Jahren der Enttäuschung endlich Früchte trägt. Doch was steckt wirklich hinter dem Erfolg, und warum gelang es dem Arsenal dieses Jahr, wo es in den vergangenen Jahren so knapp daneben ging?

Die kosmische ausrichtung und das vertrauen in die mannschaft

„Es war, als ob die Planeten sich richtig ausgerichtet haben“, erklärt Arteta mit einem Lächeln. „Wir waren in den letzten Jahren nah dran, aber es fehlte immer etwas. Dieses Jahr war das Gefühl von Anfang an anders, vielleicht durch die Art der Spieler, aber vor allem durch die Konstanz. Ich war überzeugt, dass wir sehr weit kommen würden – nicht unbedingt gewinnen, denn das hängt von so vielen Faktoren ab. Meine Aufgabe war es, sie davon zu überzeugen, dass sie die Besten sind, denn es gab Momente des Zweifels.“

Ein überraschender Aspekt der Geschichte ist Artetas Entscheidung, nicht bei der Siegesfeier dabei zu sein. „Ich hatte das Gefühl, dass sie ohne mich besser aufgehoben wären“, so der Coach. „Ich habe normal trainiert und kurz vor dem Spiel gegen Bournemouth hatte ich ein seltsames Gefühl. Ich bin hochgegangen und da waren alle Spieler und der Staff, die das Spiel zusammen verfolgten. Ich spürte, dass es ihr Moment war. Ich sagte ihnen, dass ich nach Hause gehe, und habe weder das Telefon in die Hand genommen noch das Spiel angeschaut. Meine Kinder waren vor dem Fernseher, und ich bin in den Garten gegangen, um ein Barbecue zu machen. Gabi [Heinze] war bei mir.“

Die Emotionen, die er erlebte, als er die Nachricht vom Sieg erhielt, beschreibt Arteta mit einem Schauer über den Rücken. „Es ist unglaublich, wie ein Ball so viele Menschen mit solchen Emotionen verbinden kann. Das sage ich meinen Spielern immer. Egal welche Kultur, welche Ideen, welche Religion – der Ball wirkt Magie.“

Die last der vergangenheit und der blick nach vorn

Die last der vergangenheit und der blick nach vorn

„Wir haben uns das Etikett des ‚verlierenden Teams‘ abgeschüttelt“, betont Arteta. „Es ist eine Mischung aus Freude und Erleichterung. Wir haben es geschafft, und das müssen wir jetzt als einen Tsunami aus Emotionen, Hoffnung und Hunger nutzen, um die Champions League zu gewinnen.“

Was Arteta am schönsten an dem bisherigen Erfolg findet, ist der Weg dorthin. „Wir haben es mit Menschen geschafft, die es wert sind. Ich habe mich manchmal verletzlich gefühlt und mich gefragt, ob ich der richtige Mann bin, um das zu leiten. Die Antwort bekommt man erst, wenn man es geschafft hat.“

Champions-league-finale und die kritik an der defensiven ausrichtung

Champions-league-finale und die kritik an der defensiven ausrichtung

Die Kritik an der vermeintlich defensiven Ausrichtung im Champions-League-Viertelfinale gegen Atlético Madrid nimmt Arteta zur Kenntnis. „Ich respektiere alle Meinungen und entscheide dann selbst, wie ich sie einordne. Mein Job ist es, zu suchen, wenn etwas nicht ausreicht, um zu gewinnen. Ich muss innovieren, andere Wege finden. Und das haben wir in der letzten Zeit getan.“

Die zahlreichen Verletzungen haben die Entscheidungen des Trainers beeinflusst. „Bei den Verletzungen, die wir hatten, gab es Momente für alles. Wenn ich diese Verletzungen in eine Maschine stecke und frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, die Premier League zu gewinnen, würde mir eine 2 Prozent-Chance gesagt werden. Und ich hätte mich damit nicht zufrieden geben können.“

Die bedeutung der familie und die vorbereitung auf die em

Die bedeutung der familie und die vorbereitung auf die em

Arteta spricht offen über die persönlichen Opfer, die der Erfolg mit sich bringt. „Es ist immer ein hoher Preis, aber ich versuche, es bestmöglich zu ergänzen. Ich muss sagen: Wenn jemand diesen Erfolg mehr verdient als jeder andere, dann ist es meine Frau Lorena. Was sie mit mir und meinen Kindern gemacht hat, ist unbeschreiblich, weil ich buchstäblich nicht da bin. Und wenn ich körperlich da bin, bin ich manchmal nicht mental.“

Mit Blick auf die anstehende EM und die vier englischen Nationalspieler im Kader zeigt sich Arteta stolz. „Ich bin stolz darauf, dass sie in der Auswahl von Luis de la Fuente sind, aber am meisten bin ich stolz darauf, dass sie, unabhängig von der Rolle, die Luis ihnen zuweist, immer gut reagieren werden – sie sind eine Juwel.“

Die Saison war eine Reise voller Emotionen und harter Arbeit. Mikel Arteta hat bewiesen, dass er nicht nur ein taktisch versierter Trainer, sondern auch ein Mensch mit Herz und Charakter ist. Die Frage ist nicht, ob Arsenal die Champions League gewinnt, sondern wie sie den Weg dorthin gestaltet – mit Leidenschaft, Mut und dem unbändigen Glauben an die Magie des Fußballs.

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