Vfb-chef packt aus: so will stuttgart deniz undav bis 2030 halten
Fabian Wohlgemuth spricht Klartext. Der Sportvorstand des VfB Stuttgart erklärt im SPORTBILD-Gespräch, warum Deniz Undav selbst Gerd Müller überflügelt, wie Bilal El Khannouss für 15 Millionen Euro fest verpflichtet wurde – und warum Sebastian Hoeneß zum FC Bayern taugt.
Stuttgart. Sechs Nationalspieler schickt der VfB aktuell ins Länderspiel-Trainingslager, ein Rekord. „Die ehrlichste Form der Anerkennung“, sagt Wohlgemuth. Doch der Klub denkt schon weiter. Der Vertrag von Deniz Undav läuft 2027 aus, ein Weggang auf dem Papier möglich. „Das ist ganz sicher nicht unser Plan“, betont Wohlgemuth. Gespräche laufen, die Marschrichtung steht: „Ich bin zuversichtlich, dass es über 2027 hinaus weitergeht.“
Undav vs. müller: der vergleich, der kein tabu mehr ist
Die Zahl spricht für sich: 18 Bundesliga-Tore in dieser Saison. Undav ist Dauerbrand, aber nicht nur das. „Er hat das, was man sich nicht antrainieren kann“, sagt Wohlgemuth. „Den Instinkt für den Raum, den Moment, das letzte Drittel.“ Gerd Müller war der Maßstab, doch der VfB-Chef zieht eine klare Linie: „Müller war sicherer im Abschluss. Aber Deniz gibt dem Spiel eine neue Dimension – Pre-Assists, Raumöffner, Kulturtechniker.“
Ein Spieler, der in Zeiten von Takt-Apps und Datenwahn „nie in den Windkanal gestellt“ wurde. Für Stuttgart ist er längst „Kulturgut“. Die Stadt liebt ihn, weil er nicht austauschbar ist. Genau deshalb will der Klub ihn nicht ziehen lassen.

Die 15-millionen-euro-bombe: el khannouss bleibt
Während andere Klubs lange beraten, hat Stuttgart schon gehandelt. Bilal El Khannouss kommt offiziell für rund 15 Millionen Euro von Leicester City – die Kaufoption gezogen, Vertrag bis 2030. „Er hat seine beste Zeit noch vor sich“, schwärmt Wohlgemuth. „Technik, Tempo, Lernbereitschaft – und eine soziale Intelligenz, die selten ist.“ Der Marokkaner war die Überraschung des Winters, nun wird er zum Zukunftsbauplan.

Nübel, leweling, hoeneß: die bayern-frage liegt in der luft
Alexander Nübel könnte nach der WM die neue Nummer 1 im DFB-Tor werden. „Die Fähigkeiten hat er“, sagt Wohlgemuth. Doch die Leihe endet 2025. Eine Rückkehr zum FC Bayern? „Im Fußball würde ich gar nichts ausschließen.“ Gleiches gilt für Sebastian Hoeneß. Dessen Arbeit sei „außergewöhnlich“, der Schritt zum Rekordmeister nicht länger unrealistisch. „Ich würde ihn ihm zutrauen“, sagt Wohlgemuth. „Aber er weiß auch, was er hier hat.“
Jamie Leweling lehnte 40 Millionen Euro aus der Premier League ab. „Wir konnten das Angebot ablehnen“, sagt Wohlgemuth. „Das war vor zwei Jahren undenkbar.“ Stuttgart ist nicht mehr der Abstiegskandidat, sondern der Pokalsieger mit Champions-League-Ambitionen. Der DFB-Pokal-Halbfinalgegner Freiburg wartet. „Der Traum, wieder ins Finale zu kommen, lebt jeden Tag.“
Die Zahlen zeigen: Stuttgart hat sich verwandelt. Rekordablöse für Woltemade, feste Zukäufe statt Leihen, Nationalspieler statt Notlösungen. Wohlgemuth nennt keinen Zeitpunkt für seinen eigenen Vertragsausklang 2027. „Warum sollten wir diesen Weg nicht fortsetzen?“ Die Antwort liegt auf dem Platz – und in der Tabelle.