Sturm auf die straße zum aztekenstadion blockiert wm-beginn

48 Stunden vor Anpfiff ist der Kessel bereits heiß. Tausende Lehrkräfte haben die Calzada de Tlalpan lahmgelegt, die Hauptschlagader zum Aztekenstadion. Der Eröffnungsabend droht zum Debakel zu werden.

Sheinbaum schweigt, die lehrer schreien

Die Bilder erreichen uns via Livestream aus der Hauptstadt: bunte Regenschirme, Trillerpfeifen, ein Meer aus roten T-Shirts, die das Logo der CNTE tragen. Die Lehrergewerkschaft will nicht länger warten. Seit acht Tagen fordern sie 25 Prozent mehr Gehalt und eine neue Rentenrunde. Die Regierung antwortete bisher mit Ankündigungen. Jetzt mit Provokation.

Claudia Sheinbaum trat vor die Kameras und nannte das Vorgehen der Demonstranten „gezielte Sabotage des Nationalstolzes“. Doch sie ließ die Riot-Polizei in den Kasernen. Ein Bluff? Oder die Einsicht, dass Bilder von Tränengas vor einem WM-Spiel sich viral in alle Kontinente verbreiten?

Ein stadion, eingekreist vom volk

Ein stadion, eingekreist vom volk

Die FIFA-Funktionäre sitzen bereits im Hotel Presidente InterContinental und schauen auf das Chaos hinunter. Die Busse der südafrikanischen Delegation drehen seit Stunden im Kreis, weil die Zufahrt zur Arena blockiert ist. Südafrikas Teamarzt twitterte einen Foto aus dem Stau. Caption: „Warm-up on the highway.“

Die Organisatoren rechnen: Wenn die Straße bis Mittwochabend nicht frei ist, müssen 87.000 Zuschauer zu Fuß durch die angrenzenden Wohnviertel laufen. Die Militärpolizei hat bereits Sperrzonen eingerichtet, doch die Lehrer kennen jeden Hinterhof.

Die drohung, die niemand ignorieren kann

Die drohung, die niemand ignorieren kann

CNTE-Sprecherin María del Carmen García sagte unserer Redaktion: „Wenn sie uns am Mittwoch nicht empfangen, werden wir am Donnerstag pünktlich zum Eröffnungskick vor dem Stadion stehen.“ Die Regierung weiß: Ein einziger Fernsehsender, der die Proteste ins Livebild mischt, reicht, um das Image der WM zu zerstören.

Sheinbaum will das Spiel um jeden Preis retten. Ihre Stabschefs diskutieren bereits über Shuttle-Hubs am Stadtrand und Helikoptertransfers für VIPs. Doch die echten Fans? Die stehen vermutlich zwischen Tränengas und Trommelwirbel. Die WM 2026 beginnt – mit einem Machtkampf statt mit einem Kick.