Safonov: der mann, der donnarumma den platz wegnahm?
Paris. Die Champions-League-Partie gegen Bayern München steht vor der Tür, und während die Klasse von PSG unbestritten ist, wirft eine Frage einen langen Schatten: Wer wird im Tor stehen? Matvei Safonov, der russische Schlussmann, hat sich in den letzten Monaten überraschend stark entwickelt und scheint nun die Nase vorn zu haben – doch der Weg dorthin war alles andere als geradlinig.
Ein schatten hinter dem superstar
Gianluigi Donnarumma, der italienische Nationaltorwart, galt lange als unumstrittene Nummer eins in Paris. Seine Weltklasse-Paraden sicherten dem Team nicht nur den Champions-League-Titel, sondern machten ihn auch zum Rückhalt, den man für solche Erfolge braucht. Doch hinter ihm lauerte Safonov, ein eher unscheinbarer Russe, der unter Trainer Luis Enrique langsam, aber stetig an Boden gewann. War es eine bewusste Strategie, Donnarumma zu fordern, ihn vielleicht sogar zu verunsichern? Spekulationen gab es viele.
Donnarummas Leistungen waren zweifellos beeindruckend, doch er konnte seine Schwächen im Spiel mit dem Fuß nicht vollständig ausmerzen. Sein Management forcierte zudem einen Wechsel zu einem Top-Klub, was PSG dazu veranlasste, frühzeitig nach einem Nachfolger zu suchen. Ein Nachfolger, der nicht nur Talent, sondern auch die französische Herkunft mitbrachte – ein Kriterium, das in Paris in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist.
Lucas Chevalier, der ehemalige Lille-Torwart, schien der ideale Kandidat zu sein. Er war jung, französisch und hatte bereits internationale Erfahrung gesammelt. Doch auch er konnte sich nicht dauerhaft gegen Safonov durchsetzen. Seine mangelnde Ausstrahlung und einige Patzer bremsten seine Entwicklung.

Die wende: safonovs aufstieg
Und hier kommt Matvei Safonov ins Spiel. Der Russe, der in der vergangenen Saison noch gegen Bayern kritisiert wurde, hat seine Kritiker in den letzten Monaten verstummen lassen. Mit starken Paraden und einem souveränen Auftreten hat er seinen Status als Nummer eins gefestigt. Besonders beeindruckend waren seine Leistungen im Champions-League-Achtelfinale gegen Chelsea und eine Runde später gegen Liverpool. Er hat bewiesen, dass er auch in wichtigen Spielen bestehen kann.
Natürlich fehlt Safonov noch der letzte Schritt, um zu einem internationalen Top-Torwart zu werden. Das Vertrauen im Umfeld von PSG ist zwar noch nicht ganz so groß wie bei Donnarumma, der mittlerweile bei Manchester City spielt, aber er arbeitet hart an seinen Schwächen, insbesondere an der Beherrschung seines Strafraums. Seine Entwicklung ist bemerkenswert, und er scheint auf dem besten Weg zu sein, ein Ausrufezeichen zu setzen.
PSG ist auf allen Positionen hervorragend besetzt, doch im Tor offenbart sich eine deutliche Lücke zur Weltklasse. Safonov muss nun beweisen, dass er diese Lücke schließen kann. Er ist das letzte Fragezeichen im Kader – aber er scheint zumindest auf dem Weg, die Erwartungen zu übertreffen. Die Frage ist nicht, ob er es schaffen wird, sondern wann.
