Roma zittert: gasperini und ranieri – ein machtkampf mit offenem ende

Es ist keine Frage des Ob, sondern des Wann. Die Bombe tickt in Trigoria, und keiner will sie entschärfen. Gian Piero Gasperini hat Claudio Ranieri nicht mehr nur als Seniorberater, sondern als Rivale im Nacken. Der Coach, den der ehemalige Roma-Coach selbst nach Rom holte, fordert – Ranieri blockt. Das Verhältnis ist auf dem Tiefpunkt.

Der sommer, der alles versprach

Ranieri hatte Gasperini als „seinen“ Mann bezeichnet. Mutig, weil die Curva ihn damals noch auspfiff. Die Idee: Angriffsfußball mit Atalanta-Spirit, endlich wieder Champions League. Doch statt Idylle folgte Eis. Transferwünsche wie Sancho, Fabio Silva, später Raspadori und Zirkzee wurden abgelehnt. Gasperini schlug mit offener Visier gegen Massara und das Medical Staff ein – Ranieri vermisste Loyalität. Die Hand vor dem Lecce-Spiel war ein Händedruck nur vor Kameras, die Blicke gingen durch einander.

Die Bilanz nach 31 Spieltagen: 52 Punkte, Platz fünf, nur drei Zähler vor Lazio. Dazu das Aus in der Europa League gegen Union SG. Die Kurve pfeift, die Presse kocht. Und in der Kabine? Funkstille. Gasperini schwieg nach dem 1-0 gegen Lecce, stellte dafür Teenager-Außen Vaz, Arena und Venturino auf – durchschnittliches Alter 18,3 Jahre. Botschaft an die Geschäftsführung: Ihr wollt Sparen? Dann spielt ihr mit den Kids.

Warum ranieri nicht mehr zurückweicht

Warum ranieri nicht mehr zurückweicht

Der Ex-Trainer sitzt nicht umsonst im Vorstand. Sein Job ist Finanz-Fairplay. Er wiederholte bis zur Erschöpfung: „Tränen und Blut in zwei Fenstern.“ Gasperini hört nur: keine Top-Verstärkung. Die Verpflichtung von Malen im Winter war ein Kompromiss – drei Tore, zwei Assists, dann die Formkrise. Seitdem brodelt es wieder. Ranieri sieht seine Autorität untergraben, Gasperini sieht seine Arbeitsgrundlage verlassen.

Die nächsten Wochen sind ein Minenfeld. Sechs Spiele bis Saisonende, darunter Duell mit Atalanta und Derby. Verpasst Roma die Champions-League-Ränge, drohen 40 Millionen Euro Einnahmeausfall. Dann platzt die ohnehin konstruierte Transfer-Planung. Gasperini würde als Sündenbock gehandelt, doch der Coach hat seinen Vertrag bis 2026 – und eine Ausstiegsklausel für den Fall des Nichterreichens der Königsklasse. Ranieri wiederum muss die Bilanz im Juni schwärzen, egal wer auf der Bank sitzt.

Der finale stich

Der finale stich

Montag, 17.30 Uhr, Training ground: Gasperini ließ die Profis zehn Minuten länger sprinten, schickte dann die U-19-Talente rein. Kein Kommentar. Ranieri beobachtete vom Rasenrand, Hände in den Jackentaschen. Beide wissen: Das nächste Spiel in Parma ist keine 90-Minuten-Affäre, sondern die letzte Runde im Revolver. Wer zuckt zuerst? Die Antwort wird nicht lange auf sich warten lassen. Roma spielt nicht nur um Punkte, sondern um die Machtfrage im Klub. Und die Antwort wird blutig teuer.