Pogacar überrascht: sportsmanship statt etappensieg – und begeistert radsport-legenden!

Tadej Pogacar hat bei der Tour de France für Aufsehen gesorgt – und zwar auf die allerbeste Art. Statt selbst zum Sieger auf der zweiten Etappe zu fahren, opferte der Slowene den Etappensieg seinem Teamkollegen Isaac del Toro und schenkte ihm diesen. Eine Geste, die nicht nur die Fans, sondern auch Radsport-Größen wie Rick Zabel und Jan Ullrich in Verzückung versetzte.

Ein move, der mexiko im sturm eroberte

„Ich dachte zuerst, was macht denn Pogi? Warum fährt er nicht richtig?“, gab Rick Zabel im Podcast „Ulle & Rick“ zu. Doch dann erkannte er die Größe der Geste: „Der will ihm die Etappe schenken. Was für ein Leader! Pogacar hat gefühlt ganz Mexiko hinter sich gebracht.“ Zabel, der selbst viermal an der Tour teilnahm, bezeichnete die Aktion als „Sportsmanship, ganz, ganz großes Kino.“ Jan Ullrich stimmte ihm voll zu und zeigte sich von Pogacars Verhalten gleichermaßen begeistert. „Ich habe auch das Lächeln im Gesicht. Mir ging’s genauso. Er hat ihn dann auch noch angefeuert. Ich habe noch nie was Besseres gesehen.“

Die Konsequenz dieser Entscheidung ist klar: „Del Toro gibt jetzt 120 Prozent für seinen Leader. Für den Rest der Runde“, so Ullrich. Eine besondere Anerkennung für den jungen Mexikaner, der im Meistertrikot seines Landes seine erste Tour de France gewinnt. Eine Szene, die in die Annalen des Radsports eingehen wird.

Taktischer schachzug oder reine großzügigkeit?

Taktischer schachzug oder reine großzügigkeit?

Doch hinter Pogacars scheinbar selbstloser Geste könnte sich auch ein taktischer Kniff verbergen. Wie Ex-Radrennfahrer Fabian Wegmann in der ARD anmerkte, hätte Pogacar „zehn Sekunden holen können, sagt aber, mir reichen sechs Sekunden, ich will das Gelbe Trikot haben, aber nicht heute“. Damit liegt der Druck weiterhin auf dem Konkurrenten Jonas Vingegaard, der Tempoarbeit leisten muss, während Pogacars Team sich etwas schonen kann. Eine clevere Strategie, die den Kampf um das Gelbe Trikot weiter spannend macht.

Pogacar selbst schien von Herzen berührt von Del Toros Sieg. „Er verdient sich den Sieg, mir fehlen die Worte“, erklärte er gegenüber Cadena Cope. Eine Aussage, die die Aufrichtigkeit seiner Geste unterstreicht und zeigt, dass Teamgeist und Fairness im modernen Radsport noch immer eine große Rolle spielen. Der Vorfall verdeutlicht: Der wahre Triumph liegt nicht immer im Einzelnen, sondern im Erfolg des gesamten Teams.