Österreich kämpft sich zur wm-bühne: rangnicks elf feiert müden sieg

Santa Clara – Ein Eigentor, ein Handelfmeter, ein historischer Treffer der Jordanier – Österreichs WM-Comeback nach 28 Jahren war alles andere als ein Spaziergang. Gegen den Überraschungs-Debütanten Jordanien behielt die Mannschaft von Ralf Rangnick zwar mit 3:1 (1:0) die Oberhand, doch die Leistung ließ zu wünschen übrig. Der Weg zur K.o.-Runde ist zwar nun greifbar, doch gegen Argentinien muss deutlich mehr kommen.

Die jordanier überraschen mit kampfgeist

Die Erwartungen waren klar: Österreich sollte gegen den WM-Neuling Jordanien einen klaren Sieg einfahren. Doch das Team von Trainer Jamal Sellami zeigte von der ersten Minute an, dass es sich nicht kampflos geschlagen geben würde. Die Jordanier agierten aggressiv und ungestüm, machten dem ÖFB-Team das Leben schwer und zeigten, dass sie durchaus mithalten können. Was niemand erwartete: Jordanien erzielte den ersten Treffer bei einer WM-Endrunde!

Romano Schmid brachte Österreich in der 20. Minute mit einem sehenswerten Treffer in Führung, doch Ali Olwan sorgte nur wenige Minuten später für den historischen Moment und den ersten Torerfolg Jordaniens bei einem WM-Turnier. Torhüter Alexander Schlager musste gegen die flinken Jordanier mehrmals eingreifen, um den Rückstand zu verhindern. Rangnick reagierte zur Pause mit einem Wechsel in der Offensive, brachte Arnautovic für Kalajdzic – eine Maßnahme, die zunächst nicht den gewünschten Effekt zeigte.

Yazan Al-Arab schoss Österreich mit einem Eigentor zurück in Führung, und Marko Arnautovic erhöhte per Handelfmeter auf 3:1. Doch der Sieg war hart erkämpft. Stefan Poschs vermeintlicher Treffer wurde aufgrund eines Handspiels zurückgenommen, was die Nerven der österreichischen Fans strapazierte. Der Auftritt war von vielen Ballverlusten und unsauberen Aktionen geprägt.

Die nächste hürde: argentinien

Die nächste hürde: argentinien

Das Team von Ralf Rangnick steht vor einer gewaltigen Aufgabe. Gegen den amtierenden Weltmeister Argentinien, angeführt von Superstar Lionel Messi, wird deutlich mehr als gegen Jordanien benötigt. Die Abwehr muss stabiler werden, die Offensive mehr Kreativität zeigen. Die Leistung gegen Jordanien war ein Weckruf: Nur mit einer deutlichen Steigerung ist der Einzug in die K.o.-Runde realistisch. Die Bundesliga-Power muss nun zeigen, was sie kann.

Die Partie gegen Argentinien wird zeigen, ob die österreichische Mannschaft die nötige Klasse besitzt, um dem Weltmeister die Stirn zu bieten. Ein schnelles Ausscheiden wäre eine Enttäuschung nach so langer Wartezeit, doch mit dem richtigen Einsatz und einer taktischen Umstellung ist auch gegen die Südamerikaner einiges möglich. Die Fans dürfen gespannt sein, wie sich die Rangnick-Elf gegen das Star-Ensemble um Messi schlagen wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt, und in der Welt des Fußballs kann es immer zu Überraschungen kommen.