Kiel schockt bochum: walters befreiungsschlag nach 520 tagen

Die Würfel lagen falsch, die Karten waren schlecht gemischt – und dann schlug Holstein Kiel doch noch zu. Nach 520 Tagen Sieglosigkeit in der Fremde schüttelte der Bundesliga-Absteiger den VfL Bochum mit 3:2 ab und atmete tief durch im Tabellenkeller.

Tim walters nacht der verlorenen sorgen

Endlich wieder ein Erfolgserlebnis für Tim Walter. Der 50-Jährige hatte in seiner zweiten Kieler Amtszeit vier Pflichtspiele gebrauacht, bis der erste Sieg folgte. „Ich bin einfach unfassbar stolz“, sagte Steven Skrzybski direkt nach Abpfiff bei Sky. Der Routinier wusste: Dieser Dreier war mehr als drei Punkte. Es war ein Befreiungsschlag nach neun sieglosen Spielen in Folge.

Kasper Davidsen traf nach acht Minuten per Abstauber, Phil Harres erhöhte kurz vor der Pause. Der VfL kam durch Philipp Hofmann zwar noch heran, doch Jonas Therkelsen schlenzte den Ball aus 22 Metern zum 3:1 in den Winkel. Bochums Matus Bero sah Gelb-Rot, Hofmann erzielte trotzdem das 2:3 – nur um danach mit leeren Händen dazustehen.

Die bochumer achterbahn endet im stau

Die bochumer achterbahn endet im stau

Der VfL dominierte Ballbesitz und Torschüsse, aber Kiel war kaltschnäuzig. Die Norddeutschen verwandelten ihre ersten drei Torschüsse in Tore. Die Bochumer zeigten sich anschließend verunsichert, agierten nach Beros Platzverweis fast eine halbe Stunde in Unterzahl. In der Nachspieltime flog auch noch Kiels Umut Tohumcu vom Platz – doch das war nur noch Nebensache.

Mit 28 Punkten schließt Kiel nun bis auf drei Zähler an den Relegationsplatz heran. Der VfL bleibt bei 36 Punkten stehen und muss plötzlich wieder nach unten schielen. Die Lücke ist kleiner geworden, der Druck größer. Für Tim Walter ist die Welt für einen Abend wieder in Ordnung – und die 2. Bundesliga um eine Überraschung reicher.