Japan räumt auf – und setzt maßstäbe bei der wm

Dallas – Ein ungewöhnlicher Anblick nach dem packenden WM-Auftakt zwischen Japan und den Niederlanden: Japanische Fans säuberten die Arena. Nationaltrainer Hajime Moriyasu nimmt dies gelassen – und sieht darin einen Ausdruck seiner Kultur.

Respekt vor dem gastgeberland und der umwelt

Die Bilder gingen um die Welt: Während sich andere Fans auf den Heimweg machten, kümmerten sich japanische Anhänger um den Zustand des Stadions in Dallas. Müll wurde eingesammelt, Sitze gereinigt – ein Zeichen des Respekts für das Gastgeberland und die Umwelt. Moriyasu zeigte sich nicht überrascht. „Das ist ein Teil der japanischen Kultur, auf die wir stolz sein können“, erklärte er. „Viele Japaner möchten einen Ort in einem besseren Zustand hinterlassen, als sie ihn vorgefunden haben.“

Diese Einstellung spiegelt sich auch im Verhalten der japanischen Nationalmannschaft wider. „Unsere Teammitglieder verhalten sich genauso. Wir legen grundsätzlich großen Wert darauf, den Raum sauber zu hinterlassen“, so der Trainer.

Herausforderung gegen tunesien und historisches spiel

Herausforderung gegen tunesien und historisches spiel

Am Sonntag (6.00 Uhr MESZ/MagentaTV) treffen die „Blauen Samurai“ im zweiten Gruppenspiel auf Tunesien in Monterrey/Mexiko. Moriyasu erwartet eine schwere Aufgabe, insbesondere da Tunesien unter der Leitung des neuen Trainers Hervé Renard eine veränderte Mannschaft ist. „Wir sind darauf vorbereitet, gegen eine völlig andere Mannschaft anzutreten“, betonte der 57-Jährige. Der Trainerwechsel bei Tunesien, nachdem der frühere Coach Sabri Lamouchi nach der deutlichen Niederlage gegen Schweden entlassen wurde, hat die Mannschaft offenbar neu belebt.

Das Spiel gegen Tunesien hat zudem eine besondere Bedeutung: Es ist das 1000. WM-Spiel der Fußballgeschichte. „Es ist eine große Ehre. Wir wollen sicherstellen, dass es ein Spiel wird, das dem 1000. Spiel der Weltmeisterschaft gerecht wird“, sagte Moriyasu. Die japanische Mannschaft will also nicht nur sportlich überzeugen, sondern auch mit ihrem Verhalten Maßstäbe setzen und einen würdigen Rahmen für dieses historische Ereignis schaffen. Die Welt wird gespannt sein, ob die „Blauen Samurai“ diesem Anspruch gerecht werden können.