Fux stürzt sich ins weltcup-getümmel: goldjunge träumt nicht, er packt’s an
Gold in Narvik, jetzt Hafjell: Giuliano Fux jagt die nächste Granate. Der 20-jährige Slalom-Ass aus dem Wallis feiert am Sonntag sein Weltcup-Debüt – ohne Zielplatzierung, aber mit dem Selbstbewusstsein eines Junioren-Weltmeisters, der weiß, dass er bald zur Stammbelegschaft gehören will.
Der tisch, an dem einst nur idole saßen
Frühstück mit Loïc Meillard? Normale Sache. „Die kenne ich noch von Eurosport“, lacht Fux, während er sich ein Croissant bricht. Drei Tage vor dem Rennen sitzt er zwischen Weltcup-Stars, die er bislang nur auf YouTube analysiert hat. Statt Starstruck-Attacke kommt Coolness: „Die sind locker, reden mit mir wie mit einem Kumpel.“
Die Piste in Hafjell ist ihm zu klein, um ihn zu schlucken. Er kennt jeden Zentimeter, trainierte hier schon in der U16. Was neu ist: 60 Weltcup-Punkte bringen dich auf Platz 30, nicht aufs Treppchen. Fux’ Devise lautet deshalb: „Erstmal mitfahren, dann angreifen.“ Sein Trainer tickert die Zwischenzeiten, Fux tickert mit – Kopf aus, Beine an.

Physis-defizit? sommer-plan liegt schon bereit
Die Analyse ist gnadenlos ehrlich. „30 Kilos Beinpresse fehlen“, sagt er und deutet auf seine Oberschenkel. Im Sommer will er die Sport-RS nutzen, um 4 % mehr Peak Power zu generieren. Dafür hat er sich bereits einen ehemaligen Ski-Gymnastik-Coach gebucht – Name geheim, Preis ebenfalls.
Sein Vater, sein Bruder, sieben Cousins und der beste Freund aus der Skischule sind angereist. Sie belegen ein ganzes Hostel in Lillehammer, zahlen bar, lauten als „Team Fux“ an der Rezeption. 23 Personen werden an der Seitenlinie stehen, wenn Startnummer 66 aufleuchtet. Die Nervosität? „Kommt erst, wenn der Richtungswechsel vor dem Zielhang steht“, grinst er.
Fux will kein einmaliges Feuerwerk werden. Er spricht von „mehreren Jahrzehnten“ im Weltcup. Die Devise kommt von seinem Jugend-Coach: „Wenn du nach dem ersten Gold aufhörst, war’s nur Glück.“ In Hafjell geht’s darum, Glück in Routine zu verwandeln. Der Goldjunge träumt nicht – er packt’s an.
