Fc thun marschiert: ein februar wie aus dem bilderbuch
Sechs Spiele, sechs Siege, 18 Punkte – und nur vier Gegentore. Der FC Thun hat den Februar 2025 nicht gespielt, er hat ihn regelrecht aufgefressen. Die Berner Oberländer haben in diesem Kalenderjahr noch keine einzige Pflichtspielpleite kassiert, und wer die aktuelle Tabelle der Super League betrachtet, der weiß: Die Meisterschaft ist keine offene Frage mehr, sie ist eine Frage des Zeitpunkts.
Thun lässt der konkurrenz keine luft zum atmen
Was den FCT in diesem Monat so besonders macht, ist nicht allein die Punkteausbeute. Es ist die Art und Weise. Vier Gegentore in sechs Partien – das ist keine Zufallsserie, das ist ein System. Die Defensive steht wie eine Wand, das Kollektiv funktioniert wie ein Uhrwerk. Während andere Klubs in der Super League mit Formtiefs und Verletzungssorgen kämpfen, rollt Thun einfach weiter. Unaufhaltsam. Fast schon beängstigend souverän.

Oscar kabwit: der mann des monats aus luzern
Wer den Februar nur auf Thun reduziert, verpasst eine der aufregendsten Geschichten des Schweizer Fußballs gerade. Oscar Kabwit, 20 Jahre alt, geboren in der Demokratischen Republik Kongo, hat beim FC Luzern in allen sechs Partien gespielt – und dabei sechsmal getroffen. Sechs Tore. Sechs Spiele. Die Statistik klingt fast unwirklich für einen Spieler seines Alters. Besonders unvergesslich: seine letzten 20 Minuten gegen den FC Basel, in denen er das Spiel im Alleingang drehte. Ein junges Talent, das gerade lernt, wie man eine ganze Liga in Staunen versetzt.

Cup-viertelfinals: spektakel und herzschlagmomente
Bis zu den Halbfinals im April müssen die Fans noch rund sechs Wochen warten. Das ist bitter – vor allem nach dem, was die Viertelfinals geboten haben. Das Duell zwischen dem Grasshopper Club Zürich und dem FC Sion war beste Werbung für den Pokalwettbewerb: Der Rekordmeister setzte sich mit 4:3 durch, in einer Partie, die alles hatte, was Fußball so emotional macht. Tore, Spannung, Drama bis zur letzten Minute.
Tim spycher weint – und niemand schämt sich dafür
Gleich am ersten Februar-Tag schrieb ein junger Torhüter eine kleine, aber bewegende Geschichte. Niklas Steffen, Stammkeeper von Thun, musste nach rund einer Stunde verletzt vom Platz. Für ihn kam Tim Spycher – und damit zu seinem allerersten Einsatz in der Super League. Das Besondere daran: Das Spiel fand gegen den FC Basel statt, ausgerechnet den Klub, bei dem Spycher als Junior ausgebildet wurde. Nach dem Schlusspfiff konnte er die Tränen nicht zurückhalten. Kein Mensch hätte das von ihm verlangt. Und genau deshalb war es so echt.
Der Februar 2025 hat dem Schweizer Fußball alles gegeben: Dominanz, Entdeckungen, Pokal-Feuerwerk und einen Debütanten, der weinte, weil der Moment so groß war. Thun steht kurz vor dem Titel. Kabwit steht kurz vor dem Durchbruch. Und Spycher hat einen Abend erlebt, den er sein Leben lang nicht vergessen wird.
