Doumbia: vom provinzverein zum italienischen ausnahmetalent!

Venezia bebt! Der Name Issa Doumbia ist in der Serie B plötzlich jedem auf der Zunge. Der 22-jährige Mittelfeldspieler, der zwar in Treviglio geboren wurde, aber seine Fußballschuhe an der Seite von Spielern wie Rafa Leao in der Jugend von Atalanta schnürte, katapultiert die Schwarz-Rote mit seinen Toren und Assists in Richtung Serie A.

Der aufstieg des „neapolitanischen thurams“

Der aufstieg des „neapolitanischen thurams“

Giovanni Stroppa, der Coach von Venezia, ist begeistert. „Quindici milioni non bastano!“, scherzt er, aber hinter der Bemerkung verbirgt sich die Realität: Der Wert von Doumbia explodiert förmlich. Bereits im Januar gab es Angebote im zweistelligen Millionenbereich, doch Venezia ließ ihn ziehen. Nun, drei Monate später, hat er seine Torquote auf sieben Treffer und fünf Assists in dieser Saison gesteigert. Das entscheidende Tor am Samstag gegen Empoli vor einer ausverkauften und euphorischen Kurve des Penzo verdeutlichte: Dieser Junge ist etwas Besonderes.

Doch wer ist Issa Doumbia wirklich? Er wuchs in Zingonia auf, die Leidenschaft für den Fußball erbte er von seinem Vater, einem Lastwagenfahrer. Besonders eng ist er mit seinem älteren Bruder Mamadou, der als Pierre arbeitet und immer wieder mit Spielern wie Rafa Leao in Kontakt steht. Seine fußballerische Ausbildung verdankt er dem AlbinoLeffe, wo er bereits als Jugendlicher herausragte und mit Mohamed Ali Zoma, heute in der Bundesliga 2 beim 1. FC Nürnberg, befreundet war. Dort weckte man in ihm den Glauben an sich selbst – ein Glaube, der ihm jetzt zum Durchbruch verhilft.

Der Venezia-Deal, der die Konkurrenz ausgetrickst hat

Vor zwei Jahren schnappte sich Venezia Doumbia für eine Million Euro plus Boni, wobei Filippo Antonelli, der damalige Sportdirektor, die Konkurrenz von Atalanta, Juventus, Monza und Catanzaro regelrecht ausstechen ließ. Zunächst wurde er von Eusebio Di Francesco in die Geheimnisse der Serie A eingeweiht, feierte dann sein Debüt gegen Verona, wo ein verfehlter Abschluss ihn kurzzeitig entmutigte. Doch er arbeitete hart und etablierte sich im Rückrundenverlauf. Der Aufstieg in die U21-Nationalmannschaft Italiens war die logische Konsequenz.

Und jetzt? Jetzt ist er Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld von Venezia. Seine Aggressivität, seine Zweikampfstärke und vor allem sein Timing bei den Vorstößen sind beeindruckend. Natürlich gibt es noch Verbesserungspotenzial, insbesondere in der defensiven Interpretation des Spiels, aber Doumbia hat bereits bewiesen, dass er die Serie A verkraftet. Seine Entwicklung ist rasant, und Venezia hat ein echtes Juwel entdeckt, dessen Zukunft weit über die Zweite Liga hinausreicht. Die Spekulationen über Brugges, Celtic, Espanyol und Southampton sowie zahlreiche italienische Topklubs sind daher kein Wunder.

Die nächste Hürde für Venezia und Doumbia heißt La Spezia. Ein Sieg dort am Freitag würde den Aufstieg in die Serie A quasi besiegeln – und Issa Doumbia würde zweifellos wieder eine entscheidende Rolle spielen. Denn eines ist klar: Dieser Mann ist auf dem Weg nach ganz oben.