Cobolli: 'gänsehaut' beim davis-cup-erinnerung – so bereitet er sich mental vor

Flavio Cobolli, das neue Gesicht des italienischen Tennisbooms, hat in München das Viertelfinale erreicht und dabei Einblicke in seine außergewöhnliche mentale Vorbereitung gegeben. Der 23-Jährige, der in Abwesenheit von Jannik Sinner die Führung Italiens im Davis Cup maßgeblich beeinflusst hat, offenbart, wie er sich auf seine Matches fokussiert.

Die davis-cup-euphorie: ein katalysator für cobollis selbstvertrauen

Cobolli, der kürzlich in Acapulco seinen ersten ATP-Titel feierte und erstmals in die Top 15 der Weltrangliste aufstieg, schöpft Kraft aus der Erinnerung an den historischen Davis-Cup-Sieg im November vergangenen Jahres. Dieser Triumph, bei dem Italien ohne Sinner und Musetti spielte, bedeutet ihm derart viel, dass er sich einen ungewöhnlichen, aber effektiven Ritual angewöhnt hat: „Absolut“, gesteht er im Gespräch mit Eurosport.de. „Wenn ich heutzutage ein Spiel bestreite, schaue ich mir schon am Abend zuvor das Video an, das ich damals beim Davis Cup gemacht habe. Wenn ich diese Szenen sehe, bekomme ich immer noch Gänsehaut.“

Die Tatsache, dass Jannik Sinner die italienische Tennislandschaft dominiert und wöchentlich Erfolge feiert, nimmt Cobolli einen Teil des Drucks ab. „Es ist toll, dass es so ist wie es ist“, sagt er und betont, dass er sich auf sein Spiel konzentrieren kann, während Sinner die Erwartungen auf sich zieht. Dieses Gefühl der Entlastung ermöglicht es ihm, relativ unbeschwert aufzutreten und sein volles Potenzial auszuschöpfen.

Doch der Ruhm hat auch seine Schattenseiten. Die Erfolge Italiens im internationalen Tennis haben die Messlatte für junge Spieler wie Cobolli, Musetti und Darderi erhöht. Ein Viertelfinaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier wird heutzutage fast als selbstverständlich angesehen, was Cobolli bedauert. „Das ist etwas schade“, räumt er ein, „aber die Leute haben natürlich gesehen, dass Italien dreimal in Serie den Davis Cup für sich entschieden hat.“

Cobolli schätzt die Unterstützung und das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wird, und blickt optimistisch in die Zukunft. „Ich versuche, Tag für Tag ein besserer Tennisspieler zu werden – mit meiner Methode“, erklärt er. Er genießt die Herausforderung, auf der Tour dabei zu sein und sich kontinuierlich zu verbessern, ohne dabei den Spaß am Spiel zu verlieren. Seine Zielsetzung ist klar: „Besser werden, so wie Jannik“, grinst er.

Obwohl Cobolli auf Sand groß geworden ist, hat er gelernt, auf allen Belägen zu spielen. „Ich bin auf Sand groß geworden, aber wir haben immer auch auf Hartplatz trainiert, um insgesamt bessere Tennisspieler zu werden“, so Cobolli. Seine Wandlungsfähigkeit unterstreicht seine Vielseitigkeit und sein Potenzial, in den kommenden Jahren eine feste Größe im internationalen Tennis zu werden.

Fußballfieber und freundschaften abseits des platzes

Fußballfieber und freundschaften abseits des platzes

Cobolli, ein begeisterter Fußballfan und Anhänger von AS Rom, verpasst kein wichtiges Spiel. Selbst während des Turniers in München wird er sich die Partie zwischen Bayern und Real Madrid in der Allianz Arena anschauen. Seine Verbundenheit zum Fußball wird durch seine Freundschaft mit dem italienischen Nationalspieler Alessandro Bastoni noch verstärkt. „Es ist sehr schade, dass Italien nicht dabei ist“, bedauert er und verweist auf die fehlende Teilnahme bei der Weltmeisterschaft, ein Erlebnis, das sein jüngerer Bruder noch nie miterlebt hat.

Die Faszination des Sports ist für Cobolli mehr als nur ein Hobby; sie ist eine Leidenschaft, die er mit anderen teilen möchte. Mit seiner außergewöhnlichen mentalen Stärke und seinem unermüdlichen Engagement ist er auf dem besten Weg, seinen eigenen Platz in der Tennisgeschichte Italiens zu sichern.