Kühbauer rast, kacavenda rettet: lask zittert sich ins cup-finale
Mit einem Tor, das mehr von Nikki Havenaars Hacke als von Lukas Kacavendas Fuß stammte, schleppt sich der LASK ins Finale des ÖFB-Cups. 120 Minuten lang quälten sich die Linzer in Ried durch eine Partie, die selbst Trainer Dietmar Kühbauer als „eines der schlechtesten Spiele“ seiner Amtszeit bezeichnete. Trotzdem: 2:1 nach Verlängerung, der Favorit steht, der Underdog liegt am Boden – und die Hauptdarsteller reden nur noch über den Schiedsrichter.
Kühbauer verweigert senft den handschlag
Was nach Abpfiff passierte, war bezeichnender als jede Taktik-Tafel. Kühbauer ignorierte seinen Kollegen Maximilian Senft, drehte sich weg, ließ den Arm in der Luft hängen. Begründung: „Senft permanent beim Schiri. Er fordert seine Spieler auf, Rudelbildung zu machen. Das geht zu weit.“ Ein Satz, der in Oberösterreich für Tage Gesprächsstoff sorgen wird. Denn genau diese Rudelbildung hatte in der 93. Minute den Rechtsanspruch der Rieder auf eine Verlängerung begründet – und die anschließende Ecke den Lucky-Punch bringen.
Die Zahlen sprechen gegen die Linzer: 14:7 Torschüsse für Ried, 11 Ecken gegen drei, 55 Prozent Ballbesitz für die Hausherren. Doch Zahlen lügen im Cup nicht, sie strafen nur. Kacavenda, erst vier Minuten auf dem Platz, nutzte die einzige Unachtsamkeit von Havenaar aus fünf Metern. Der Treffer war so unspektakulär wie die gesamte Vorstellung des LASK – und genau deshalb so wertvoll.

Wörthersee ruft, altach wartet
Am 1. Mai geht’s nach Klagenfurt, ins Wörthersee-Stadion. Kühbauer, gebürtiger Burgenländer, kennt die Anlage aus seiner Zeit als Rapid-Spieler. „Ein wunderbares Gefühl, dort zu gewinnen“, sagte er noch vor dem Halbfinale. Nun darf er zurückkehren – mit einer Mannschaft, die sich selbst nicht mehr wiedererkannte. Gegner SCR Altach, der erste Final-Teilnehmer aus Vorarlberg überhaupt. Für die Linzer wäre es der erste Titel seit 1965, als Eusebio und Co. noch in Schwarz-Weiß aufliefen.
Rieds Fans sangen bis zehn Minuten nach Abpfiff, dann herrschte betretenes Schweigen. Ihre Mannschaft hatte alles gegeben, nur das Glück nicht. Der LASK hatte nichts gegeben, nur das Finale. Und Kühbauer? Der hatte nur ein Ziel: „Wir holen den Pokal. Auch wenn wir ihn heute nicht verdient haben.“
