Ksc trennt sich von christian eichner – ende nach sechseinhalb jahren

Die Nachricht kam nicht überraschend, traf aber dennoch ein wie ein Bodycheck: christian eichner verlässt den Karlsruher SC zum Saisonende. Nach sechseinhalb Jahren, nach 248 Pflichtspielen, nach etlichen Hoffnungsschüben und dem einen oder anderen Herzinfarkt-Moment ist Schluss. Der dienstälteste Trainer der 2. Bundesliga räumt seinen Stuhl – freiwillig? Eher nicht.

Die offizielle begründung klingt nach standard, der nachgeschmack ist bitter

„Wir wollen neue Impulse setzen“, sagt Sport-Geschäftsführer Mario Eggimann und klingt dabei wie ein Mann, der seinen Lieblingspulli aussortiert, weil er zu oft gewaschen wurde. Dabei war Eichner mehr als ein Stück Stoff. Er war das Gesicht des KSC, der Typ, der aus einer Truppe von Laufburschen eine spielstarde Einheit formte, die 2023/24 auf Platz fünf landete – nur drei Punkte hinter dem Aufstiegs-Relegationsplatz. Der Aufstieg blieb aus, das Projekt verlief im Sande. Und nun wird der Architekt weggeschickt, ein Jahr vor Vertragsende.

Eichner selbst spielte den loyalen Diener. „Die Interessen des Vereins stehen über allem“, sagt er in der Pressemeldung. Wer genau hinsieht, erkennt den zynischen Unterton. Es ist das Statement eines Mannes, der weiß, dass er gehen muss, weil er nicht mehr die erhoffte Wunderwaffe lieferte. Die Wahrheit: Der KSC steht aktuell auf Rang neun, 15 Punkte hinter dem Relegationsplatz. Die Saison ist gelaufen, die Luft raus.

Tobias strobl soll die wende bringen – ein drittliga-coach als hoffnungsträger

Tobias strobl soll die wende bringen – ein drittliga-coach als hoffnungsträger

Nun kursiert der Name Tobias Strobl. Der 38-Jährige coacht den SC Verl in der 3. Liga, spielt dort mutigen Offensivfußball und hat angeblich eine Ausstiegsklausel für die 2. Bundesliga. Klingt nach frischem Wind, nach Neuanfang, nach dem nächsten Versprechen. Doch wer sich an die letzten Trainer-Rochaden beim KSC erinnert, weiß: Das Gras ist nicht immer grüner auf der anderen Seite. Strobl hat noch kein Spiel in der zweiten Liga gemanagt, geschweige denn einen Abstiegskampf überstanden.

Für Eichner bleibt die Erkenntnis: Treue zählt nicht viel, wenn die Punkte fehlen. Er geht ohne Aufstieg, aber mit dem Respekt der Fans, die ihn jahrelang „Eichni“ riefen. Ein Trainer, der nie den großen Knall hatte, aber auch nie den großen Knall verursachte. Ein Mann der kleinen Schritte – und nun ist der letzte getan. Richtung Ausgang.