Ksc schlägt zu: eichinger kommt ablösefrei – und hat eine mission

Noel Eichinger wechselt ablösefrei zum Karlsruher SC. Der 24-Jährige liefert bei Jahn Regensburg gerade die beste Saison seiner Karriere ab – und trifft in 28 Spielen zehnmal. Jetzt will er in der 2. Liga den Durchbruch wagen.

Ein transfer, der sich schon seit wochen anbahnte

Mario Eggimann spricht schon seit Januar mit dem Berater des Stürmers. Die Leistungsdaten des aktuellen Jahrgangs sind eindeutig: kicker-Note 2,89, zehn Tore, drei Vorlagen. Eichinger ist der beste Regensburger Offensivspieler – und trotzdem ablösefrei zu haben. Der Grund: sein Vertrag läuft aus, Jahn wollte sich nicht mehr länger binden. Ein Schnäppchen für den KSC, ein Neuanfang für Eichinger.

Die Leihen nach Greifswald und Leipzig liegen gerade ein Jahr zurück. Dort schlug sich Eichinger achtbar, aber nicht herausragend. Die Rückkehr nach Regensburg war eigentlich nur ein Aufgalopp – wurde aber zur Sternstunde. „Ich habe gespürt, dass ich jetzt bereit bin für die nächste Stufe“, sagt er im Gespräch. Karlsruhe bietet ihm eine klare Rolle: links außen in einem 4-3-3, mit Freiheiten nach innen. Ein System, das zu seinem Spiel passt.

Ksc setzt auf versteckte marktlücke

Ksc setzt auf versteckte marktlücke

Zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro kostet heute ein durchschnittlicher Zweitliga-Stürmer mit zweistelligem Toranteil. Eichinger kostet null. Eggimann nennt das „eine bewusste strategische Entscheidung“. Der Klub verpflichtet nicht nur einen Torschützen, sondern auch einen Spieler mit Punktsammler-Mentalität. In 28 Spielen lief er nur zweimal nicht über 90 Minuten. Kein Wunder, dass die Physiotherapeuten in Karlsruhe bereits ein Lächeln zücken.

Die Konkurrenz im Kader ist groß: Fabian Schleusener, Bambasé Conté, Igor Matanovic. Eichinger kennt die Zahlen – und zitiert trotzdem seinen Lieblingssatz: „Konkurrenz ist gesund.“ Er will sich nicht verstecken, sondern den Platz erkämpfen. Die Fans erinnern sich an seinen Doppelpack gegen Darmstadt im November. Ein TikTok-Video daraus ging viral – und landete auf dem Handy von KSC-Coach Christian Eichner. Seitdem war klar: den muss man verpflichten.

Jetzt zählt nur noch der Saisonendspurt. Regensburg kämpft gegen den Abstieg, Eichinger gegen den Zeitplan. „Ich werde bis zum letzten Tag alles geben, weil Jahn mir die Bühne gegeben hat“, betont er. Dann zieht er weiter – und Karlsruhe bekommt einen Spieler, der nicht nur Tore schießt, sondern auch eine Geschichte mitbringt. Die lautet: Leihe, Durchbruch, nächste Stufe. Wenn er in der 2. Liga genauso trifft, ist der KSC auf Jahre gut beraten.