Krüger schreibt bundesliga-geschichte: kahn lobt ex-teammanagerin
Der Hamburger SV steht vor einer historischen Personalentscheidung: Kathleen Krüger soll als erste Frau überhaupt die Position der Sportvorständin in der Bundesliga übernehmen. Oliver Kahn, der frühere Torwart-Titan des FC Bayern, äußert sich begeistert über die angebliche Verpflichtung und unterstreicht damit das Potenzial der 40-Jährigen.
Ein überraschender wechsel in der trainersuche
Die Suche des HSV nach einem Nachfolger für Stefan Kuntz hatte zunächst Namen wie Sebastian Kehl und Dietmar Beiersdorfer in den Raum gestellt. Doch nun scheint sich die Dynamik entscheidend gewendet zu haben. Krüger, derzeit Leiterin Organisation und Infrastruktur beim FC Bayern, gilt als heiße Kandidatin und Medienberichten zufolge bereits im Gespräch.
Kahn, der mit Krüger während seiner Zeit beim FC Bayern eng zusammenarbeitete, betont ihre Qualitäten: „Ich habe sehr lange mit ihr zusammengearbeitet. Sie war damals Teammanagerin und hat einen exzellenten Job gemacht. Sie war unheimlich beliebt, auch bei der Mannschaft.“ Ihre strukturierte Arbeitsweise und ihr Verständnis für das Management eines Teams hob er besonders hervor.
Die Spielergeneration von heute braucht andere Führungskräfte – das ist ein Punkt, den Kahn in der Sky-Sendung „Triple“ explizit ansprach. „Vor allem bei der heutigen Spielergeneration, die nicht mehr so sehr auf autoritäres Gehabe anspringt, sondern mehr auf Überzeugung, da kann ich mir das sehr gut vorstellen.“ Hier sieht der ehemalige Bayern-Boss einen klaren Vorteil in Krügers Profil.

Nachholbedarf im transfergeschäft – aber eine chance für den hsv
Trotz der Begeisterung für Krüger räumt Kahn ein, dass sie in bestimmten Bereichen noch Erfahrungen sammeln muss. „Natürlich hat sie nicht die große Erfahrung im Bereich Transfergeschäft und Kaderplanung“, so der frühere Bayern-Boss. Doch genau hier sieht er eine Chance für eine kluge Rollenverteilung beim HSV. Mit Claus Costa als Sportdirektor könnte Krüger ihre Stärken optimal ergänzen.
Auch im Hinblick auf klassische Aufgaben eines Sportvorstands, wie beispielsweise Verhandlungen mit Spielerberatern, traut Kahn Krüger die nötige Entwicklung zu. „Das ist sicherlich nicht das, was sie jetzt gemacht hat. Aber so, wie ich sie kennengelernt habe, ist sie auch lernfähig. Da können auch mal Fehler passieren. Das gehört einfach dazu.“
Krügers stets gezeigtes Interesse an Weiterentwicklung und ihr Wissensdurst, so Kahn, seien „gute Voraussetzungen, um sich schnell in Bereiche reinzudenken und reinzuarbeiten, wo die Erfahrung fehlt“. Sollte die Verpflichtung zustande kommen, würde Krüger nicht nur Bundesliga-Geschichte schreiben, sondern auch beweisen, dass Führungsqualitäten keine Frage des Geschlechts sind. Der HSV könnte mit dieser Entscheidung einen strategisch klugen Schachzug vollzogen haben, der den Verein langfristig stärkt.
