Kroos' einschätzung: dfb-team bereit für wm – bisseck-fehlentscheidung?
Die Diskussion um den deutschen Kader für die WM 2026 ist in vollem Gange. Toni Kroos, der mit fast 37 Jahren wieder in der Nationalmannschaft spielt, hat im Podcast „Einfach mal Luppen“ seine Sicht der Dinge dargelegt – und dabei ein paar überraschende Punkte angesprochen.
Die nominierung: „da kann man sich wenig anmaßen“
Nachdem Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen 26-köpfigen Kader bekannt gegeben hat, äußerten sich auch die Kroos-Brüder dazu. Toni Kroos zeigte sich grundsätzlich zufrieden: „Das ist in Ordnung, da kann man sich wenig anmaßen, etwas besser zu wissen.“ Seine Worte deuten auf eine gewisse Akzeptanz der Entscheidung hin, auch wenn er sich vermutlich eigene Vorstellungen hatte.
Doch es gibt einen Namen, der beiden Brüdern fehlt: Yann Aurel Bisseck. Der 25-jährige Innenverteidiger, der mit Inter Mailand eine beeindruckende Saison mit Meisterschaft und Pokalsieg bestritt, wurde von Nagelsmann offenbar übergangen. Toni Kroos hatte Bisseck bereits in der Vergangenheit gelobt und seine Stärken hervorgehoben: „Er ist mir letztes Jahr schon aufgefallen. Er ist ein sehr guter Innenverteidiger, der vor allem etwas ausstrahlt. Gegen den will man nicht spielen oder nicht unbedingt in den Zweikampf.“
Felix Kroos, Tonis Bruder, stimmte ihm grundsätzlich zu, betonte aber, dass Bisseck ihm ebenfalls im WM-Kader hätte gehören sollen. Die Frage, ob Bisseck das „entscheidende Puzzleteil“ für den Erfolg der Mannschaft ist, lässt sich wohl kaum beantworten, doch seine Abwesenheit ist ein Thema für sich.

Neuer-comeback: eine frage der sportlichkeit
Ein weiteres viel diskutiertes Thema war die überraschende Rückkehr von Manuel Neuer ins Nationalteam. Toni Kroos sieht die Entscheidung sportlich nachvollziehbar: „Vielleicht hätte man es zwei, drei Tage früher klären sollen. Aber sportlich gesehen ist es richtig, mit den Besten zur WM zu fahren und weniger auf Befindlichkeiten zu achten.“ Die Entscheidung, Neuer zurückzuholen, ist ein klares Signal an die Konkurrenz und zeigt den Anspruch der deutschen Mannschaft, in Nordamerika eine wichtige Rolle zu spielen.
Felix Kroos äußerte sich etwas zurückhaltender und wies darauf hin, dass Oliver Baumann konstant gute Leistungen gezeigt habe. Dennoch betonte er, dass seine Bedenken lediglich eine Frage der Perspektive seien und die Entscheidung von Nagelsmann nicht grundsätzlich falsch sei. Die Erfahrung und die Aura von Neuer scheinen letztendlich das Zünglein an der Waage gewesen zu sein.
Toni Kroos zeigte sich zudem unbesorgt bezüglich Neurers Fitness: „Allein, weil Manu selbst zusagt und sich bereit dafür sieht, vertraue ich darauf.“ Die Worte des Routiniers geben Anlass zur Hoffnung, dass Neuer in Nordamerika wieder zu alter Stärke finden wird und das deutsche Tor zuverlässig hält.
Die Diskussion um den Kader wird weitergehen, doch eines ist klar: Deutschland reist mit einem erfahrenen und ambitionierten Team zur WM 2026. Ob die fehlende Konstanz einiger Spieler und die Entscheidung gegen Bisseck am Ende entscheidend sein werden, wird die Zeit zeigen. Die Vorfreude auf das Turnier ist dennoch groß.
