Kreuzband-debakel: neudecker fällt wieder monatelang aus – saarbrückens pechmagnet droht karriere-aus

Richard Neudecker liegt wieder am Boden. Ein Kreuzbandriss im Training – und schon die nächste Zwangspause. Der 1. FC Saarbrücken verliert seinen Mittelfeldspieler für Monate, vielleicht für immer. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, 2025 hat er noch kein Pflichtspiel bestritten.

Ein körper, der nein sagt

Seit 2023 spielt Neudecker nur noch in Serien. 32 Drittliga-Einsätze in zweieinhalb Jahren – das ist kein Rotation, das ist ein Krankenlauf. Adduktoren, jetzt das Kreuzband. Die Karriere des 29-Jährigen wird zur Achterbahn aus Reha und Rückschlag. Die Frage ist nicht mehr, ob er zurückkommt, sondern ob er überhaupt noch will.

Trainer Argirios Giannikis redet sich in der Pressekonferenz Tapferheit zusammen: „Wir sind konkurrenzfähig.“ Aber er weiß, dass Verl kein Gegner ist, den man mit halber Besetzung bezwingt. SC Verl spielt mit dem Aufstieg, Saarbrücken spielt mit dem Feuer – neun Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone klingen beruhigend, sind es aber nicht, wenn der Kader sich laufend selbst dezimiert.

Abdoulaye Kamara fehlt ebenfalls, das Mittelfeld wird zur Retorte. Giannikis muss improvisieren, muss Jugendliche oder Umgeschulte in die Zange nehmen. „Du darfst nicht zu passiv sein“, sagt er über den Gegner. Gemeint ist: Wer zu passiv ist, wird überrollt. Verl presst, Verl läuft, Verl hat System. Saarbrücken hat gerade mal elf gesunde Feldspieler.

Vertrag aus, zeit läuft

Vertrag aus, zeit läuft

Die Uhr tickt lauter als jedes Stadion. Im Juni ist Schluss, dann ist Neudecker frei. Kein Club wird einen defekten 29-Jährigen mit 32 Spielen in drei Jahren verpflichten, ohne ärztliches Gutachten, ohne Probearbeit. Seine letzte Chance, sich zu beweisen, war dieses Frühjahr – und ist jetzt mit einem Riss weg.

Für den FCS bleibt die nüchterne Rechnung: Ein Gehaltsposten, der nicht spielt, eine Personalplanung, die sich jeden Monat neu erfindet. Die Liga tickt weiter, der Spielplan wartet nicht. Wenn Saarbrücken in Verl punktet, hat es nichts mit Ruhm zu tun, sondern mit reiner Notwendigkeit. Wer unten weg will, muss oben zulegen – auch wenn gerade wieder ein Mittelfeldspieler auf der Trage liegt.

Am Samstag um 16.30 Uhr rollt der Ball in Verl. Neudecker schaut vom Zimmer aus, das Knie in der Schiene, die Karriere in der Schwebe. Saarbrücken spielt um drei Punkte. Er spielt um seine Zukunft. Die Frist läuft bis Sommer.