Kramer und mertesacker kritisieren neue wm-regeln: "katastrophal!"
Die Fußballwelt schüttelt sich vor der WM 2026 in Mexiko, Kanada und den USA. Während die Ausdehnung des Turniers auf 48 Teams bereits für Diskussionen sorgte, sorgen vor allem zwei neue Regelungen für harsche Kritik: Halbzeit-Interviews und obligatorische Trinkpausen. Christoph Kramer, frischgebackener Experte im ZDF und ehemaliger Weltmeister, schoss unmissverständlich gegen die Interviews los.
Die halbzeit-interview-falle: unterbrechung des spielflusses
„Katastrophal. Also das finde ich, das geht nicht“, wetterte Kramer im ZDF. Sein Ex-Kollege Per Mertesacker stimmte zu, bezeichnete die Interviews als „schwierig“. Das Problem: Jedes Team muss nun mindestens einen Spieler für die Interviews zur Verfügung stellen. Im Spiel Brasilien gegen Mexiko traf es Seleção-Kapitän Marquinhos, der mitten im Spiel für drei Minuten aus dem Fokus gerissen wurde. Kramer fragte rhetorisch: „Was willst du da sagen? Du bist doch schon in einem Fokus und du nimmst auch jedem Spieler dann drei Minuten, du musst ja noch zu irgendeinem Slot. Da kommt ja auch nichts Vernünftiges bei rum.“ Die Aussagen der Spieler seien lediglich Plattitüden und Standardphrasen – „08/15“, wie er es drastisch formulierte.

Trinkpausen-chaos: taktische verschiebung oder reine zeitverschwendung?
Neben den Interviews polarisieren auch die obligatorischen Trinkpausen. Unabhängig von den Wetterbedingungen werden diese in der 23. und 68. Minute abgepfiffen. Friederike Kromp, Werder-Trainerin und ebenfalls ZDF-Expertin, beleuchtete die Situation aus der Perspektive eines Trainers. „Du kannst diese Phase schon nutzen, wir reden von drei Minuten, das finde ich eine lange Zeit. Wenn wir in Deutschland bei uns eine Unterbrechung machen aufgrund von Hitze, dann sind das 90 Sekunden.“ Kromp betonte, dass die Trinkpausen das Spiel verändern. Brasilien-Trainer Carlo Ancelotti nutzte die dreiminütige Pause demonstrativ, um seinen Schützlingen letzte taktische Anweisungen mitzuteilen – ein Beweis dafür, dass die Pausen durchaus strategisch genutzt werden können. Aber ob das Spiel dadurch verbessert wird, bleibt abzuwarten.
Die neuen Regeln der WM 2026 sind also nicht nur eine Erweiterung des Turniers, sondern auch ein Experiment. Ob sie dem Fußball zugutekommen oder lediglich unnötige Unterbrechungen verursachen, wird sich erst im Laufe des Turniers zeigen. Fest steht: Die Meinungen sind gespalten und die Diskussionen werden weitergehen.
