Kostyuk am french open: tränen der wut und stolz nach bombenangriff

Paris – Marta Kostyuk, die ukrainische Tennis-Hoffnung, kämpfte sich am heutigen Tag bei den French Open nicht nur gegen ihre Gegnerin Oksana Selekhmeteva durch, sondern auch gegen die überwältigenden Emotionen, die der Krieg in ihrer Heimat auslöst. Der Sieg war bitter, überschattet von der Nachricht eines verheerenden Raketenangriffs nur wenige Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt.

Ein morgen des grauens, ein match des lebens

Ein morgen des grauens, ein match des lebens

Die 23-jährige Kostyuk, die unter spanischer Flagge startende Selekhmeteva klar mit 6:2, 6:3 besiegte, brach nach dem Match in Tränen aus. „Heute Morgen ist nur 100 Meter vom Haus meiner Eltern entfernt eine Rakete eingeschlagen“, berichtete sie sichtlich erschüttert. Der Morgen sei „schwierig“ gewesen, ein Zustand, der sich in ihrem Spiel widerspiegelte, obwohl sie letztendlich die Oberhand behielt. „Es war eines der schwierigsten Matches meiner Karriere“, gestand sie.

Kostyuk, die in Kiew lebt, nutzt die großen Tennisbühnen der Welt immer wieder, um auf die Situation in der Ukraine aufmerksam zu machen. Ihre Gedanken und ihr Herz seien heute ganz bei den Menschen in ihrer Heimat gewesen, sagte sie, bevor ihr erneut die Tränen kamen. Die Entscheidung, Selekhmeteva nach dem Matchball am Netz nicht die Hand zu schütteln – eine Geste, die sie seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine 2022 konsequent beibehält – unterstreicht ihre tiefe Überzeugung und ihren Standpunkt.

Die Leistung von Kostyuk ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass sie nicht nur sportlich Höchstleistungen erbringen will, sondern auch eine Stimme für ihr Land sein möchte. Ihre jüngsten Erfolge in Rouen und Madrid, wo sie zwei Turniere in Folge gewann, zeugen von ihrer außergewöhnlichen Form und ihrem unbändigen Willen. Der zwölfte Sieg in Folge gegen Selekhmeteva ist ein weiterer Beweis ihrer Stärke.

Während andere Spielerinnen sich auf den Kampf um den Titel konzentrieren, kämpft Kostyuk mit einer Last, die weit über den Court hinausgeht. Ihre Entschlossenheit, trotz der persönlichen Schmerzen und der politischen Spannungen ihr Bestes zu geben, macht sie zu einer inspirierenden Figur im internationalen Sport. Die French Open bieten ihr nun mindestens eine weitere Gelegenheit, die Welt auf die Notlage der Ukraine aufmerksam zu machen – und vielleicht sogar den Titel zu gewinnen.