Kornetka jagt nach düsseldorf den nächsten knaller: hannover darf nicht gewinnen

Lars Kornetka hat in Braunschweig noch nicht mal seine Wohnung eingerichtet, schon schlägt er zu. 1:0 gegen Düsseldorf – weg mit der Negativserie, her mit dem Derby-Fieber. Am Freitag geht’s nach Hannover. 96 will aufstellen, die Löwen wollen absteigen. Drei Punkte würden beiden Träumen einen Tritt versetzen.

Der trainer, der keine zeit verschenkt

Seit acht Tagen ist Kornetka im Landkreis unterwegs, gesehen hat er fast nur Trainingsplatz und Videobus. „Abendessen in der Stadt, fertig“, bilanziert er knapp. Dafür kennt er die Zahlen: kein Sieg in Hannover seit den 90ern, fünf Pleiten am Stück vor seinem Debüt, 4.200 mitgereiste Fans, die endlich jubeln wollen. Er selbst redet nicht vom Gegner, er redet vom Klassenerhalt. Das klingt nüchtern, ist aber eine Drohung. Wer sich selbst rettet, spuckt anderen eben nicht nur in die Suppe – er kippt den Teller.

Die Personalie ist dünn: Patrick Nkoa rot, Lukas Frenkert muskulär angeschlagen, Anas Bakhat und Lino Tempelmann in Reha. Kornetka nimmt’s mit der gleichen Gelassenheit hin wie den legendsähnlichen Bock von Hannovers Keeper beim 3:3 im Pokal vor zwei Jahren. „Wir wollen die Kugel auch“, sagt er – ein Satz, der in Niedersachsen so gut ankommt wie ein Handselbstbedienungsschiri im Revier.

Warum dieses duell beide tabellenflügel verbiegt

Warum dieses duell beide tabellenflügel verbiegt

Hannover liegt auf Aufstiegskurs, doch ein Ausrutscher gegen den Abstiegskandidaten würde die Punktlücke zu Darmstadt und Kiel schmelzen. Braunschweig wiederum könnte bei einem zweiten Sieg innerhalb von fünf Tagen aus dem Keller springen – und die 96er in den freien Fall schubsen. Die Statistik spricht gegen die Löwen, die Realität für sie: Sie haben nichts zu verlieren außer dem Schleudersitz in Liga zwei.

Kornetka hat schon gegen Düsseldorf bewiesen, dass drei Tage genug sind, um eine Idee auf den Rasen zu brennen. Gegen Hannover sind es wieder drei Tage. Das reicht, um eine Saison zu drehen. Die 4.000 mitfahrende Fans machen das Spiel zur Wallfahrt, der Coach macht es zur Aufgabe. „Mut schöpfen“ nennt er das. Der Rest von Niedersachsen nennt es: Zittern.

Am Freitag um 18.30 Uhr fliegt nicht nur der Ball durch die Arena, fliegen auch die Köpfe. Wer zuerst trifft, spielt mit dem Adrenalinfaktor. Wer zuletzt trifft, spielt vielleicht nächste Saison mit dem Adrenalin der Bundesliga. Kornetka will kein Held sein, er will einfach nur die Lücke zwischen Bank und Stadt endlich schließen. Wenn das gelingt, muss er Braunschweig nicht mehr nur von der Autobahn kennen.