Kopenhagen stürzt in abstiegschaos: delaney bricht nach randers-desaster zusammen
Der dänische Rekordmeister FC Kopenhagen hat sich selbst demontiert. Nach der 1:2-Heimpleite gegen Randers rutscht der Klub erstmals in die Abstiegsrunde – und Mittelfeld-General Thomas Delaney bricht vor laufender Kamera zusammen: „Ich schäme mich in Grund und Boden. Verdammt noch mal in Grund und Boden.“
Die schwarze serie des ex-bvb-duos
Nur noch Joker-Rollen für Youssoufa Moukoko und Delaney, nur noch sieben Punkte aus den letzten zehn Spielen. Die Zahlen sind das Protokoll eines Vereins, der sich seit Jahren auf hohem Niveau bewegte und nun mit voller Wucht auf den Beton trifft. Ein Punkt fehlte in der Champions-League-Gruppenphase zum Play-off-Einzug, am Ende der Saison fehlen plötzlich 18 Zähler zur Spitze.
Trainer Jacob Neestrup spricht offen von „peinlich“, TV-Experte Stig Töfting pfeffert das Wort „Skandal“ ins Mikro. Die Fans haben vorzeitig den Glauben verloren: „Ihr seid alle schuld – schämt euch!“, steht auf einem Banner, das während des Schlusspfiffs über der Südkurve flattert. Die Mannschaft, einst gefeiert für ihre Europa-League-Viertelfinal-Teilnahme 2020, verliert das letzte Heimspiel der Hauptrunde vor halb leeren Rängen.

Moukoko vor dem absprung, pokal-halbfinale als letzte rettung
Drei Tore in 18 Ligaspielen – Moukoko, 21 Jahre alt, aber schon mit dem Stempel „Next Big Thing“ aus Dortmund mitgebracht, wird intern als Transfer-Panne gehandelt. Sein Berater lotet laut dänischen Medien bereits Ausstiegsklauseln aus. Die sportliche Leitung dementiert nicht, sie konzentriert sich auf das Pokal-Halbfinal-Rückspiel am Samstag in Viborg, wo ein 2:1-Hinspiel-Sieg die einzige verbliebene Titelchance darstellt.
Realistisch betrachtet ist der Abstieg zwar unwahrscheinlich – zehn Punkte Vorsprung auf Silkeborg –, doch die sportliche Blöße sitzt tiefer. Der Verein, der seit 1992 ununterbrochen in der obersten Liga spielte, muss nun um die Existenz bangen. Die Sponsoren ziehen an den Notbremsen, die Aktien der FCK Holding gaben innerhalb von 48 Stunden 14 Prozent nach. Die Botschaft ist klar: Selbst ein Pokalsieg würde den Beigeschmack der Deklassierung nur lindern, nicht tilgen.
Delaney wird nach der Pressekonferenz noch 45 Minuten in der Mixed-Zone stehen, jede Frage beantworten, jeden Vorwurf auf sich nehmen. „Wir haben nicht einmal die Mindestanforderungen erfüllt“, wiederholt er, als müsse er sich selbst überzeugen. Dann verschwindet er durch einen Seitenausgang, begleitet von einem einzigen applaudierenden Fan. Es klingt wie ein Abschied, nicht wie ein Neuanfang.
