Kopenhagen stolpert aus champions league in abstiegskampf
Noch vor fünf Monaten feierte FC Kopenhagen in der Champions League acht Punkte, nun muss der dänische Meister um die Teilnahme an der nächsten Saison bangen. Die 0:2-Heimpleite gegen Randers FC schickt die Skandinavier in die Abstiegsrunde – ein Déjà-vu für Ex-Basel-Star Mohamed Elyounoussi.
Der absturz in zahlen
Trainer Jacob Neestrup sprach nach dem Gegentor zum 0:1 in der 86. Minute von einer „Peinlichkeit“, und er hatte recht. Die Statistik ist gnadenlos: Seit dem Pokalsieg gegen Basel im August holte Kopenhagen in 18 Liga-Spielen nur 14 Punkte, das ist Abstiegsniveau. Die Tordifferenz fiel auf minus elf, die schlechteste Bilanz seit 2012.
Die Fans pfiffen, die Spieler schauten betreten zu Boden. Elyounoussi, einst Hoffnungsträger an der Rheinfahrt, traf in dieser Phase nur einmal. Die Königsklasse schien der Mannschaft Energie und Nerven gekostet zu haben. Die Lunge, die gegen Manchester United und Bayern noch bis zur 90. Minute brannte, war gegen Randers schon in der 60. Minute leer.

Warum der abstieg kaum droht – und warum er trotzdem wehtut
Ten Punkte Vorsprung auf Silkeborg klingen beruhigend, doch das rettet nicht das Gesicht. Sponsoren verlangen europäische Spiele, der Klub haushaltet mit Fernsehgeld, das nur bei internationaler Teilnahf fließt. Die Arena, 2019 für 110 Millionen Euro saniert, will bespielt sein. Die sportliche Leitung rechnet intern mit einem Minus von umgerechnet acht Millionen Euro, sollte die Saison ohne Europa enden.
Die Lösung steht bereits fest: Neestrup behält den Job, bekommt aber einen Co-Trainer mit Bundesliga-Erfahrung an die Seite. Die Kaderplanung für 2024/25 läuft, zwei Stürmer sollen kommen, die Defensive wird umgebaut. Die Botschaft ist klar – der Fall in die Abstiegszone darf ein Einmal sein, nicht eine Tradition.
Kopenhagen wird voraussichtlich nicht absteigen, aber der Schmerz sitzt tief. Die Stadt, die sich an Titel und Nächte gegen Liverpool gewöhnt hatte, muss nun kleine Brötchen backen. Die Meisterschale wird dieses Jahr woanders stehen, und das ist für einen Klub, der seit 2013 jeden Titel geholt hat, bereits eine kleine Revolution.
