Kongolese fußballstars fliehen vor ebola: trainingslager verlegt nach belgien!
Ein Schock für die kongolesische Fußballnationalmannschaft: Angesichts der sich ausweitenden Ebola-Epidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat der Verband die Trainingslager nach Belgien verlegt. Das bedeutet eine drastische Umstrukturierung der Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft 2026 – doch das Ziel, in den USA, Mexiko und Kanada zu glänzen, bleibt bestehen.

Verschiebung der vorbereitungen: sicherheit geht vor
Die Entscheidung, die Trainingslager ins europäische Ausland zu verlegen, fiel nicht leicht. Alain Makengo, Sonderberater des kongolesischen Sportministers, bestätigte die Nachricht per Telefon: „Nach der erneuten Ausbreitung des Ébola-Virus haben Regierung und Fußballverband gemeinsam beschlossen, alle geplanten Trainingsspiele in Kinsasa abzusagen und nach Belgien zu verlegen.“ Die Sicherheit der Spieler und des Betreuungspersonals hat oberste Priorität, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Provinz Ituri, das Epizentrum des Ausbruchs, nur etwa 2.000 Kilometer von Kinsasa entfernt liegt.
Das erste Testspiel findet bereits am 3. Juni in Liège gegen Dänemark statt. Vier Tage später, am 9. Juni, steht ein weiteres Kräftemessen gegen Chile in La Línea de la Concepción, Spanien, auf dem Programm. Ein ungewöhnlicher Austragungsort, der jedoch die Umstände des gesamten Vorbereitungsleiters widerspiegelt.
Die diplomatischen Bemühungen, um diese Freundschaftsspiele in Europa zu ermöglichen, waren offenbar erfolgreich. Die kongolesische Mannschaft, die sich als „Leopardos“ einen Namen gemacht hat, plant, nach 52 Jahren wieder an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen und will sich bestmöglich vorbereiten. Ein Aufruf an die kongolesische Diaspora in Belgien und Spanien sowie an die Nachbarländer wurde ausgesprochen, um die Mannschaft massiv zu unterstützen.
Obwohl die USA als Gastgeberland die Einreise des Teams aus Sicherheitsgründen nicht untersagt haben – trotz einer Reisebeschränkung für Reisende aus Uganda, Kongo und Südsudan – zeigen die Maßnahmen die Brisanz der Lage. Der bevorstehende Auftritt im NRG Stadium von Houston gegen Portugal am 17. Juni, gefolgt von Spielen in Zapopan (gegen Kolumbien) und Atlanta (gegen Usbekistan), wird für die „Leopardos“ zu einer besonderen Herausforderung.
Der aktuelle Ebola-Ausbruch, der bereits 139 Todesfälle und 600 mutmaßliche Fälle forderte, wird durch den Bundibugyo-Stamm des Virus verursacht, dessen Letalität zwischen 30 und 50 Prozent schwankt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ausbruch als internationalen Gesundheitsnotfall eingestuft, betont jedoch, dass das globale Risiko einer Epidemie weiterhin als „gering“ eingeschätzt wird. Es handelt sich um den 17. Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit der ersten Erkennung des Virus im Jahr 1976.
Die Entscheidung, die Trainingslager zu verlegen, mag für einige unerwartet kommen, doch sie unterstreicht die Notwendigkeit, die Gesundheit und Sicherheit der Spieler über alles andere zu stellen. Denn eines ist klar: Nur eine gesunde Mannschaft kann auf dem Spielfeld Höchstleistungen erbringen und die Hoffnungen eines ganzen Landes erfüllen.
