Konflikt im hormus sprengt autopreise – aluminium jetzt bei 3.500 dollar

Die 900.000 Tonnen Aluminium, die jedes Jahr durch die Straße von Hormus Richtung Europa rollen, stehen still. Seit gestern kostet das Metall 3.500 Dollar je Tonne – und damit 1.450 Euro mehr auf dem Preisschild Ihres nächsten Neuwagens.

Warum jeder fünfte pkw aus dem mittleren osten kommt

Der Krieg, der am 28. Februar 2026 losbrach, traf zuerst die Öltanker. Dann die Gasschiffe. Jetzt trifft er die Karosserie Ihres Autos. Denn: 15 Prozent eines durchschnittlichen Fahrzeugs bestehen aus Aluminium, bei E-Autos sind es bis zu 25 Prozent. Die Folge: Die Federcarrozzieri, der italienische Branchenverband der Autohäuser, rechnet mit einer Preisexplosion, die sich quer durch alle Marken frisst.

Der Grund liegt in der Geografie. Zwischen Bandar Abbas und dem Golf von Oman verengt sich die Schifffahrtsroute auf zwei schmale Spurrillen. Dort wurde am 11. Mai eine thailändische Fracht ramponiert – seitdem herrscht Blockade. Die Aluminium-Preise schossen binnen 72 Stunden um 38 Prozent nach oben, die Stahl-Notierungen folgen mit Verzögerung. „Wir reden nicht über ein paar Euro mehr für einen Kotflügel“, sagt Davide Galli, Präsident der Federcarrozzieri. „Wir reden über das Aus für kleine Werkstätten, die schon jetzt mit Lieferzeiten von neun Monaten kämpfen.“

Doch es bleibt nicht beim Rohstoff. Auch Lack, Kleber und Kunststoffe brauchen Erdöl als Grundlage. Ein einziges Mittelklasseauto verschlingt 25 Kilogramm Lösungsmittel – alle aus der Petrochemie. Die Margen der Hersteller schrumpfen, während die Lagerhallen leer laufen. In München rechnet man intern mit einer Lieferlücke von 220.000 Fahrzeugen bis Weihnachten.

Wie der preis in die werkstatt rollt

Wie der preis in die werkstatt rollt

Die Rechnung ist simpel: Fünf Prozent teurere Produktion bedeuten 1.450 Euro Aufschlag auf ein 35.000-Euro-Auto. Wer jetzt bestellt, zahlt den Zuschlag sofort. Wer wartet, bekommt vielleicht gar kein Fahrzeug. Denn parallel droht ein Engpass bei Ersatzteilen. Aluminium-Zylinderköpfe, Kühler, Tragarme – alles aus demselben Rohr, das jetzt vor Hormus treibt.

Die Bundesregierung prüft Hilfslieferungen über die Route Kaspisches Meer–Baku–Triest, doch der zusätzliche Umweg kostet 14 Tage. Für Christian Hochmuth, Betriebschef einer 120-Mann-Karosserie-Werkstatt in Gelsenkirchen, ist das ein Schlag ins Kontor: „Wir haben 400 Aufträge offen, 40 Prozent der Teile fehlen. Kündigen wir, fliegen die Kunden. Warten wir, fliegt das Geld.“

Die Lösung? Gibt es nicht. Die OPEC bestätigte gestern, dass keine zusätzlichen Tanker durch die Straße von Hormus eskortiert werden. Die Aluminium-Lager in Rotterdam reichen für sechs Wochen. Danach entscheidet sich, wer liefert – und wer pleite geht.

Wer jetzt noch ein Auto bestellt, sollte wissen: Der Preis auf der Website gilt nur, solange die Fracht noch unterwegs ist. Danach zahlen wir alle.