Konfetti-weltrekord wird zur feuerfalle – superclásico in rauch aufgelöst
52 Tonnen Papier wirbelten gerade erst gen Himmel, da flackerte die Holztribüne des Estadio Ciudad de Pelkum. Weniger als 60 Sekunden nach dem Anpfiff stand Sektor 7 schon in Vollbrand. Die Fans, die den Rekord feiern wollten, flüchteten mit brennenden Fahnen in der Hand.
Die rekord-show wurde zur rutschbahn für feuerlöscher
Die Organisatoren hatten sich ein Spektakel ausgemalt: 52 Tonnen biologisch abbaubares Konfetti, ein Helikopter für die Flugaufnahmen, ein Feuerwerk als Krönung. Was keiner einkalkulierte, war die Mischung aus Papierflugbahnen und Bengalischen Feuern, die viele Zuschauer illegal mitgebracht hatten. „Das Zeug lag auf den Holzbohlen wie Trockenzeit im Wald“, sagt ein Stadiontechniker, der lieber anonym bleibt. „Ein einziger Funke – fertig.“
Die Brenngeschwindigkeit war atemberaubend. Videos zeigen, wie ein Jugendlicher mit Rauchfahne die Luft zerreißt, Sekundenbruchteile später lodert das halbe Unterrangdach. Sicherheitskräfte schalteten binnen 90 Sekunden die Sprinkleranlage, doch das Wasser trieb nur noch mehr brennendes Papier in die unteren Reihen. Die Rettungsgasse war schneller verstopft als ein Berliner Autobahntunnel zur Rushhour.

52 Tonnen konfetti erzeugten 1.800 grad oberflächentemperatur
Ein Sachverständiger des örtlichen Brandschutzamts rechnete vor: Papier, das sich in dicken Schichten auf Holz sammelt, kann lokal Temperaturen von bis zu 1.800 Grad erreichen – genug, um Stahlträger zu verziehen. Die Tribüne war erst vor neun Monaten saniert worden, ohne zusätzliche Brandschutzplatten. „Kostengründe“, heißt es aus dem Rathaus. Die Rechnung ohne die Wut der eigenen Fans gemacht.
Die Partie wurde abgebrochen, als Rauchschwaden das Spielfeld erreichten. Boca-Coach Martínez stürmte mit feuchten Tüchern über den Rasen, um Kinder aus dem Gästeblock zu evakuieren. River-Kapitän Arce warf seine Kapitänsbinde als Schutzmaske einem älteren Herrn zu. Die Bilder gehen gerade viral – nicht wegen sportlicher Helden, sondern wegen brennender Holzlatten im Hintergrund.

Was passiert mit dem weltrekordversuch?
Die Organisatoren wollten Guinness-Portier Marca Gonzalez live dabei haben, wie 52 Tonnen Papier die bisherige Bestmarke pulverisieren. Jetzt prüft das Rekord-Institut, ob ein in Flammen aufgelöstes Event überhaupt gewertet werden darf. „Wir dokumentieren nur sichere Versuche“, sagt Gonzalez. Die bisherige Bestmarke bleibt vorerst bei 38 Tonnen Konfetti – gezählt in einem verschlossenen Stadion in Norwegen, ohne Bengalos, ohne offene Flamme.
Die Stadt Pelkum zahlt dennoch den Preis: 340.000 Euro Sachschaden, 17 Verletzte, ein Spiel, das neu angesetzt wird – bei leeren Rängen. Und ein Video, das rund um den Globus kursiert: Konfetti, das wie Sternschnuppen runterkommt, während dahinter alles brennt. Die Ironie ist nicht zu übersehen: Ein Rekord, der die Welt verbinden sollte, endete damit, dass niemand mehr den Weg zum Ausgang sehen konnte.
Der Superclásico ist abgebrannt – und mit ihm die Illusion, dass mehr immer auch besser bedeutet.